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KRITIK: Produkt, Arcola Theatre ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Product

Arcola Theatre

4. Mai 2015

3 Sterne

In ihrer Vorschau für The Guardian über die aktuelle Wiederaufnahme von Mark Ravenhills Stück Product (2005) am Arcola schrieb Laura Barnett:

„Geschrieben 2005, zeigt Product einen Produzenten (Poulet), der versucht, einen Film zu pitchen – Arbeitstitel: Mohammed and Me – über eine weisse westliche Frau, die sich in einen islamistischen Terroristen verliebt. Das Drehbuch ist natürlich furchtbar: Wir wissen es, der Produzent weiss es, und ein Teil von Poulets Können als Schauspielerin (ich habe die Show letztes Jahr während ihres Edinburgh-Laufs gesehen) liegt darin, die wachsende Verzweiflung in den Augen ihrer Figur zu vermitteln.“

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Mehr lässt sich über die Handlung kaum sagen, ohne dem Publikum den Spass an den Schocks und Überraschungen zu verderben, die das Stück durchziehen und ihm Zusammenhalt und Profil geben.

Unter der Regie von Robert Shaw ist dieser fünfzigminütige satirische Monolog allein schon wegen Olivia Poulets begnadetem komödiantischem Auftritt absolut sehenswert. Sie holt den Humor hervor wie eine Chirurgin, die ein Geschwür aufschneidet: mit schnellen, sicheren Schnitten, die reichlich Eiter fördern – manches davon ist unangenehm, überhaupt daran zu denken. Ich bezweifle, dass man dieses Stück besser spielen könnte; so sorgfältig durchdacht und ausgeführt ist jeder Aspekt ihrer fesselnden Performance.

Das Problem liegt beim Stück selbst.

Konkrete politische Satire altert relativ schnell. Ravenhill schrieb dieses Stück vor zehn Jahren, und seitdem hat sich vieles verändert. Osama Bin Laden ist zum Beispiel tot – und doch baut der Text darauf, dass er als lebendiger Schreckgespenst gilt, oder zumindest als jemand, dessen Todesgerüchte stark übertrieben waren.

Während der zentrale satirische Fokus – Hollywoods Fähigkeit, jedes Thema mit atemloser, geradezu blutgerinnender Begeisterung auszuschlachten – weiterhin punktgenau sitzt, nimmt die Vorstellung, die Welt sei noch immer vor allem vom Einsturz der Zwillingstürme und von Al Qaida besessen, den Kanten die Schärfe, die eigentlich messerscharf sein müsste. Es bräuchte nicht viel, damit Ravenhill einige Schlüsselelemente des Textes aktualisiert, die Satire auf den Stand der Gegenwart bringt und aktuelle Albtraumszenarien anzapft. Ein solcher Aufwand würde sich sehr lohnen.

Dennoch ist das witzig und bissig – und Poulets Spiel ist Grund genug für diese Wiederaufnahme.

Product läuft am Arcola Theatre bis zum 23. Mai 2015.

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