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KRITIK: East Is East, Trafalgar Studios ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

emilyhardy

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Foto: Marc Brennan East Is East Trafalgar Studio One Oktober 2014 4 Sterne

Vor der Kulisse der beengten, heruntergekommenen Reihenhaussiedlungen im Salford der 1970er-Jahre erzählt Ayub Khan Dins East is East die Geschichte der Familie Khan – ihres östlichen Erbes, westlicher Denkweisen und des eskalierenden Konflikts, den dieses Spannungsfeld auslöst.

Im Hause Khan ist so viel Liebe präsent wie bei den Simpsons – doch man kommt nicht um die Tatsache herum, dass der unbezwingbare George Khan, den seine Kinder nur „Dschingis“ nennen, ebenso gut auf einem anderen Kontinent leben könnte … oder gleich auf einem anderen Planeten.

Die gemischtethnischen, pakistanischen Kinder der Khans versuchen, den Werten ihres Vaters treu zu bleiben. Doch zusätzlich zu den ganz normalen Herausforderungen des Erwachsenwerdens fällt es seinen sechs Söhnen und einer Tochter – mit ihrer weissen, englischen Mutter – schwer, die sich abzeichnenden Chancen zu ignorieren, die sich ihnen im Westen bieten. So wird in der Familie Khan – mehr noch als Tradition, Kultur oder Religion – von einer Generation zur nächsten vor allem eines weitergegeben: ein unheilbarer Fall von Identitätskrise.

Während East is East die Reibungen in der Familie Khan in den Mittelpunkt rückt, drängt das Stück zugleich allgemeinere Themen nach vorn: elterliche Erwartungen, häusliche Gewalt, Ehrgeiz, sozialer Aufstieg, Krieg und Romantik. Der teils ironische Titel ist letztlich ebenso unerquicklich wie Georges Tiraden – denn East is East handelt von der gesamten Gesellschaft, von Ost und West, und von einer Zivilisation, die mühsam nach Harmonie ringt, während sie unaufhaltsam in die Zukunft voranschreitet.

Nach einem holprigen Beginn nimmt East is East mit feurigem Tempo Fahrt auf. Jede Figur – vom versierten Ensemble glänzend gezeichnet – ist unverwechselbar und dennoch irgendwie vertraut. Sam Yates’ klare, mutige Regie macht schmerzhaft deutlich, dass diese Familie, die auf engstem Raum zusammenlebt, im Grunde aus Fremden besteht – versteckt in Kohleschuppen oder Parker-Jacken, in Welten voneinander entfernt, obwohl nur wenige Zentimeter zwischen ihnen liegen.

Jane Horrocks spielt Georges Frau: die heldenhafte, kettenrauchende, tee-trinkende Ella Khan. Obwohl ihr Mann sie wiederholt als „dumm“ bezeichnet, lässt Ella sich nichts gefallen, entschärft seine häufigen Ausbrüche mit ansteckendem Lachen und Digestive-Keksen. Dass diese Ehe – wenn auch liebevoll – seit 25 Jahren hält, wirkt nicht ganz überzeugend; dennoch ist Horrocks in jeder Hinsicht glaubhaft als erschöpfte Mutter, die verzweifelt versucht, den Frieden zu wahren.

East is East ist nicht das glühend theatralische Fest, das man vielleicht von Lloyd erwarten würde – doch die Handschrift und die kleinen Glanzlichter seiner Spielzeit „Trafalgar Transformed“ sind reichlich vorhanden. Die abgewetzten Retro-Sofas auf der Bühne – gezeichnet von Jahren des Familienlebens – stehen im Haus der Khans wie Relikte, und Richard Howells Lichtdesign teilt das enge, chaotische Zuhause subtil, sodass intime Gespräche ins Blickfeld rücken.

Diese teils autobiografische Bühnenfassung von Ayub Khan Din (der zudem George spielt) ist schmerzhaft komisch, wunderbar gespielt und damit absolut würdig ihrer prestigeträchtigen Zeit am Trafalgar Studios sowie der anschliessenden UK-Tournee. Und auch der Film wird selbstverständlich seinen Platz unter meinen Lieblingsstücken im DVD-Regal behalten.

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