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REZENSION: Erster Schnee, CanadaHub King's Hall, Edinburgh Fringe ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert First Snow oder Première neige im CanadaHub beim Edinburgh Fringe

First Snow CanadaHub in der King's Hall, Edinburgh Fringe

Drei Sterne

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Nach dem PR-Text zu First Snow oder Première neige könnte man ein naturalistisches Drama erwarten: Eine Frau ruft ihre Familie ins angestammte Zuhause in Québec zurück, um über die Zukunft zu sprechen. Doch von Beginn an ist klar, dass es um etwas ganz anderes geht – die Grenzen zwischen Schauspieler*in und Figur verschwimmen, während das Stück nationale Identität und Unabhängigkeit auslotet.

Geschrieben vom schottischen Davey Anderson und Linda McLean gemeinsam mit dem québecischen Autor und Regisseur Philippe Ducros, wird es auf Englisch und Französisch gespielt. Es gibt Übertitel, aber sie helfen nicht immer: Zu Beginn treten die Darsteller*innen vor und erklären, dass ein Teil des Französischen übersetzt wird, aber nicht alles – und „wenn du kein Französisch sprichst, verpiss dich“. In diesem entfremdenden, konfrontativen Ton geht es weiter, das Stück wechselt zwischen der fiktiven Familiendrama-Handlung und den scheinbar realen Erfahrungen der schottischen und kanadischen Schauspieler*innen.

Das Zentrum der Erzählung bleibt dennoch bestehen: Die erfolgreiche Künstlerin Isabelle versammelt ihren Bruder Harry, ihre Töchter Mina und Zoé, den adoptierten Sohn François und einen lange verschollenen schottischen Freund, Fletcher – sowie Zoés schottischen Freund Thierry. Einige von ihnen haben ihr ganzes Leben im französischsprachigen Québec verbracht, andere sind weiter weg gewesen, etwa Harry, dessen Erstsprache inzwischen Englisch geworden ist. Doch diese Geschichte rückt in den Hintergrund, denn der eigentliche Schwerpunkt des Abends liegt auf unterschiedlichen Blickwinkeln auf Regionen, die nach Unabhängigkeit streben.

Während das Ensemble über die Geschichte der eigenen Länder spricht, wird schnell deutlich, wie viel Québec und Schottland gemeinsam haben. Während die Schott*innen ihre Enttäuschung über das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums 2014 in Erinnerung rufen, blicken die Kanadier*innen auf die Souveränitätsbewegung in Québec zurück – von der Patriotenrebellion der 1830er bis zu den gescheiterten Referenden 1980 und 1995.

Unter der Regie von Patrice Dubois schöpft das Stück aus Wut und Enttäuschung derjenigen, die auf beiden Seiten des Atlantiks auf Unabhängigkeit hoffen. Mit dem hervorragenden Ensemble, das vordergründig als es selbst spricht, wirkt das zutiefst persönlich – es bleibt unklar, wo die Grenze zwischen der fiktiven Figur Thierry und dem Schauspieler Thierry Mabonga verläuft, wenn wir seine Geschichte hören: geboren in der Demokratischen Republik Kongo, aufgewachsen jedoch als stolzer Schotte in Glasgow. Doch bei aller polemischen Wucht scheint First Snow zu sehr in der Vergangenheit zu verharren und spricht zu wenig über die Zukunft.

Im CanadaHub bis 26. August 2018 und im Théâtre de Quat'Sous in Montréal vom 26. Februar bis 23. März 2019

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