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KRITIK: Glückliche Tage, Young Vic Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Happy Days

Young Vic Theatre

31. Januar 2014

4 Sterne

Obwohl ich in den vergangenen vier Jahren einen grossen Teil der Zeit damit verbracht habe, mich zu fragen, an wen Matt Smith mich erinnerte, während er in der TARDIS herumkletterte – besonders, wenn er im „ernsten“ Modus war –, blieb die Erkenntnis lange aus. Als der Schlussakt von Samuel Becketts Happy Days (derzeit im Young Vic zu sehen, in einer Wiederaufnahme unter der Regie von Natalie Abrahami) eine staubige, verzweifelte, gelegentlich dämonische Juliet Stevenson als Winnie enthüllte, bis zum Hals in Fels und Kieselsteine eingegraben, war die Antwort plötzlich da. Ihr Gesicht war Smiths so ähnlich, wie es nur möglich ist – zugleich beunruhigend und erhellend. Happy Days ist kein fröhliches Stück. Es ist Beckett in seiner konfrontativsten, verständlichsten Form: unerbittlich surreal und verstörend. Im Kern ein Monolog, ist es ein Ausdauertest – für Schauspielerin und Publikum gleichermassen.

Abrahamis Inszenierung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Paule Constables Lichtdesign ist verblüffend, und das Gefühl bedrückender, unnachgiebiger Hitze und Helligkeit wird schillernd eindringlich vermittelt. Tom Gibbons zeichnet für das Sounddesign verantwortlich – und das ist erschütternd. Donnergrollende, kreischende Laute von alarmierender, hochfrequenter Qual zwingen Winnie, die Augen offen zu halten, und rütteln das Publikum aus der Rolle der Beobachtenden, um es in die Rolle der Mitbetroffenen zu katapultieren.

Dann ist da noch das Bühnenbild. Vicki Mortimer hat einen Ort geschaffen, der zugleich an einen Sarg, einen Steinbruch, ein ägyptisches Grab, eine rituelle Begräbnisstätte, ein seltsames Ferienziel

und einen besonderen Bereich der Hölle erinnert, der der Folter gewidmet ist – sowie an einen riesigen Fuss. Und inmitten all dessen befindet sich Winnie: im ersten Akt bis zur Taille in Stein und Schotter versunken, im zweiten bis zum Hals, während hinter ihr – wie der Sand in einer Sanduhr – Kiesel und Steine in unregelmässigen Abständen herabfallen, mal als Rinnsal, mal als Sturz. Ein Gefühl des Unheils liegt schwer in der Luft, und alles am Bühnenbild verstärkt und steigert das noch.

Die hier zusammenkommenden kreativen Kräfte schaffen ein erstaunliches Gerüst für Winnies Erzählstrom. Ich bezweifle, dass man sich eine härtere, trostlosere Vorstellung des Schauplatzes für Becketts Werk ausdenken könnte.

Stevenson ist in Bestform und nutzt jeden Kniff, um ihre Winnie unvergesslich zu machen. Sie setzt ihre Augen mit grossem Effekt ein, und allem, was sie tut, wohnt etwas Ritualhaftes und Ergebendes inne. Mühelos vermittelt sie die Qual ihres täglichen, tristen Daseins und zeigt bemerkenswerte Gewandtheit darin, die kleinen Dinge heraufzubeschwören, die die Zeit vergehen lassen. Die Szene, in der sie die Spieldose hervorholt, ist von geradezu überwältigender Schönheit – ein völliger Kontrast zum trockenen, plötzlichen Auftauchen der Pistole.

Sie nutzt jede Nuance ihrer Stimme, um Tempo, Tonhöhe, Pausen und Präzision in Becketts Worten zu gestalten und seine Vision eines gewöhnlichen Lebens zu zeichnen, das in unbezwingbaren und unergründlichen Härten begraben ist – und dennoch ein Leben bleibt: voller Erinnerungen an Freude und Glück und an jene Momente, die all das lohnenswert machen.

Stevenson ist besonders grossartig im überwiegend verzweifelten zweiten Akt. Ihre Schreie aus Angst und Erschöpfung sind wirklich eindrucksvoll. Eine kraftvolle, nachhallende Leistung. Allerdings ist fraglich, ob es die beste Winnie ist, die Stevenson geben könnte – im ersten Akt wirkt sie zu zurückgenommen, um wirklich zu strahlen. Würde die Technik und Ausdauer, die sie im zweiten Akt zeigt, im ersten Akt stärker verfügbar sein, stärker ausgeschöpft werden, wäre dies die Performance ihrer Karriere.

In der undankbaren, aber durchaus schwierigen Rolle des meist nur grunzenden Willie – des Mannes, der immer da ist, im Dunkeln herumkramt und nach Richtung, Führung und Trost sucht – ist David Beames so gut, wie man es sich nur wünschen kann. Und durch ihn bekommt man auch ein echtes Gespür für die berührende Seite von Stevensons Winnie.

Dies ist eine so gute Inszenierung von Happy Days, wie man sie wahrscheinlich je zu sehen bekommt, und Stevenson glänzt. Nur nicht ganz so hell, wie sie könnte – oder wie Paule Constables makelloses Lichtdesign es erwarten lässt.

Dennoch: eine grosse Leistung für das Young Vic und Natalie Abrahami.

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