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KRITIK: Ihr schmerzendes Herz, Hope Theatre ✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Colette Eaton und Naomi Todd. Foto: Roy Tan Her Aching Heart

Hope Theatre

1. Dezember 2016

2 Sterne

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Ich gehe immer wieder in Stücke von Bryony Lavery – in der Hoffnung, endlich zu entdecken, was andere an ihnen finden. Bislang ist mir das nicht gelungen. Letztes Jahr habe ich im National ihre ernste, zähe Neuauflage von „Die Schatzinsel“ ausgesessen, und nun habe ich ein paar Stunden damit verbracht, diese zusammengewürfelte Sammlung vermeintlich komischer Sketche zu studieren, die hier als „Text“ durchgeht.

Das Netteste, was man über diese Produktion sagen kann: Sie hat ein wunderbares Bühnenbild. Rachal Ryan hat für das winzige Hope Theatre ein rotes, plüschiges Boudoir geschaffen – inklusive „Seitengassen“ und Vorhängen, die sich öffnen und schließen lassen, sowie einem kleinen „Schnürboden“: ein echtes Wunder der Miniaturisierung. An einer Stelle wird sogar ein Buch von oben eingeflogen (ein Einfall – wie so viele in dieser Inszenierung –, der nach dem ersten Einsatz einfach fallen gelassen wird und keinerlei dramaturgische Funktion erhält). Außerdem sorgt sie für ein großartiges Kostümspektrum. Doch Ryans stimmige Bildsprache ist auch schon die einzige wirklich verlässliche Freude an diesem Abend. Für diese Entscheidung dürfen wir vermutlich Regisseur Matthew Parker danken – dafür gebührt ihm Anerkennung. Wenn er doch bei seinen anderen Entscheidungen ebenso glücklich gewesen wäre.

Colette Eaton und Naomi Todd. Foto: Roy Tan

Es gibt Songs. Von Ian Brandon. Einen bekommen wir sehr früh. Gesungen wird er in einem überzeichneten Pseudo-US-Akzent, der rein gar nichts mit der Produktion zu tun zu haben scheint. Also: Warum ist er – und die anderen – überhaupt da? Wir erfahren es nie. Es gibt auch Choreografie von Anthony Whiteman, aber in diesem winzigen, vollgestellten Raum bekommt sie kaum die Chance abzuheben. Die Zweierbesetzung, Colette Eaton und Naomi Todd, bedient sich einer Reihe von Akzenten – manche sitzen besser als andere –, während die rudimentäre Handlung von einer Standardsituation zur nächsten springt. Am wohlsten scheinen sie sich zu fühlen, wenn sie Klischees umarmen, um die zweidimensionalen Figuren auszudrücken, die sie darstellen müssen. Bezeichnend jedoch: Sobald sie zum Telefon greifen und ganz naturalistisch hineinsprechen sollen, entspannen sich ihre Stimmen – und sie werden, für einen Moment, wirklich und angenehm anzuhören. Leider sind diese Telefonunterbrechungen rar; die meiste Zeit müssen wir grob plakativen, flachen Deklamationen eines blassen Textes lauschen, der schnell ermüdet und nervt.

Aber welche „Reise“ machen diese Figuren eigentlich? Eben noch im Hier und Jetzt, im nächsten Moment in die künstlich überhöhten Fernen des 19. Jahrhunderts gestürzt – und dann wieder zurück. Wohin will dieser Text? Und warum? Ich war völlig ratlos.

Uns wird „Miederreißen“ versprochen – davon habe ich hier nichts gesehen. Tatsächlich kriechen wir durch zwei Stunden voller Herumdrucksen, bis die Mädels schließlich zu einem breit ausgewalzten Kuss kommen. Wer in diese Vorstellung geht und der Werbung glaubt, wird enttäuscht sein. Bleiben Sie zu Hause und schauen Sie „Poldark“.

Naomi Todd. Foto: Roy Tan

Als Nächstes in der Reihe der unerfüllten Versprechen: das „gothic“-Element. Wo war es? Dieses rote Plüschzeug – soll das alles sein? Wirklich? Kein verlassenes oder verfallenes Schloss; kein übernatürliches Eingreifen; keine Kobolde; keine geheimnisvollen Verwandten oder Erbschaften – eigentlich nichts, was das Blut gefrieren ließe oder die dunkleren, unerforschten Ecken der menschlichen Psyche aufrührte. Nun ja – warum sollte man so etwas auch in einem Stück dieser Autorin suchen? Ich glaube nicht, dass sie weiß, was Tiefe ist. Bleiben Sie zu Hause und schauen Sie „Carry On Screaming“.

„Sapphic tomfoolery“ steht als Nächstes auf der Speisekarte der Werbung. Nun, wie bereits angedeutet: Das hier ist kaum „The Killing of Sister George“, geschweige denn „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Es ist eher die Art von Nummern, wie sie in den 1980ern in Islington in Hinterzimmern über Pubs gespielt wurden – meist in 15-Minuten-Slots, aneinandergereiht und zusammengehalten von Geplänkel einer superkorrekten, total „woken“ Conférencière. Ehrlich gesagt würde es mich gar nicht wundern, wenn ein Großteil des Materials genau von dort stammt. Es hat dasselbe holprig improvisierte Gefühl wie diese hastig zusammengezimmerten Stand-up-Sketche – und ungefähr ebenso viel Wert. Bleiben Sie zu Hause und lesen Sie „The Cookery Book of Alice B. Toklas“.

Als harmloser, saisonaler Ulk ist das hier ein anspruchsloses Stündchenpaar: Wenn Sie mit reichlich Bewunderung für die Autorin und/oder das Thema hingehen, wird Ihre Begeisterung womöglich belohnt. Wenn nicht, stellen Sie sich auf Probleme ein.

Bis 23. Dezember 2016

TICKETS FÜR HER ACHING HEART IM HOPE THEATRE BUCHEN

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