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REZENSION: Pippin, Music Box Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Die Besetzung von Pippin. Foto: Joan Marcus Pippin

Music Box Theatre

16. Januar 2014

5 Sterne

Mit Pippin, dem Musical von 1972 von Roger O. Hirson und Stephen Schwartz, das am Broadway ursprünglich vom legendären Bob Fosse inszeniert wurde, konnte ich noch nie viel anfangen. Jede Produktion, jede Aufnahme wirkte schal und ermüdend, und die beiden eingängigen Nummern sind in den ersten zehn Minuten schon abgehandelt.

Jetzt läuft im Music Box Theatre am Broadway die Tony-prämierte Wiederaufnahme von Pippin unter der Regie von Diane Paulus. Sie ist in jeder Hinsicht ein ungezügelter Triumph: nahezu perfekt besetzt, opulent in Szene gesetzt und randvoll mit Einfallsreichtum, Drive und schlicht überwältigender Könnerschaft.

Paulus’ Vision ist aussergewöhnlich: Sie nimmt das Versprechen des Eröffnungssongs, es gebe „magic to do“, beim Wort – und liefert magische Momente gleich eimerweise. Mit einer Zirkustruppe als Mittel knüpft Paulus eine kluge, körperliche und ziemlich mitreissende (und witzige) Version der Geschichte des jungen Prinzen, der Erfüllung sucht. Die Akrobatik- und Clownerie-Nummern sind schlicht atemberaubend; die körperliche Arbeit des Ensembles ist grossartig, ihre perfekten athletischen Körper bilden nahtlos einen reichen, stets fesselnden Hintergrund für Pippins Misere.

Die Zirkusarbeit ist hier nicht bloss Kulisse – sie ist ein integraler Teil des Konzepts, und die Tricks, die verschlungenen Körper, die Ausdauerleistungen, die Geschmeidigkeit von Körpern, die im Gleichklang arbeiten, erzählen über die Handlung und treiben sie voran so viel wie jeder Song, jede Szene.

Patina Miller ist in jeder Hinsicht sensationell; ihr Gesang ist präzise und warm, ihr Tanz elektrisierend und von sexueller Energie durchglüht, und ihre meisterhafte Kontrolle über die Erzählung ist makellos und erhaben. Sie ist fehlerlos.

Tovah Feldshuh ist als Pippins Grossmutter Berthe ebenso makellos, und ihre showstehlende Darbietung von No Time At All – inklusive Trapeznummer – ist das unbestreitbare Highlight des Abends.

Terrence Mann ist als listiger König Charles in Bestform: Er landet jede Pointe, demonstriert beeindruckende Messerwurf-Kunst und liefert einen der wirklich dramatischen Höhepunkte – seine Schlachtung durch Pippin ist unerwartet und erschreckend real.

Charlotte d’Amboise ist als intrigante Queen Fastrada einfach grossartig, und ihr Starauftritt in Spread A Little Sunshine – getragen von sensationellem Tanz – ist ein ganz knappes Zweites hinter Feldshuhs Glanznummer.

Im zweiten Akt ist Rachel Bay Jones als Catherine, die Frau, die Pippin schliesslich versteht und liebt, zugleich atemlos komisch und schmerzlich berührend. Jones macht – wie Miller – keinen Schritt falsch. Gleichermassen charmant wie mit feinem Gespür trifft sie erneut ins Schwarze.

Die Frauen in dieser Besetzung sind schlicht phänomenal.

Erik Altemus ist als eitlem, angehendem Thronräuber Lewis sehr witzig, und Ashton Woerz ist als Theo, dem Jungen mit der Ente, der stirbt, punktgenau besetzt.

Als Pippin sah Matthew James Thomas in der Rolle hervorragend aus und spielte sie sehr überzeugend, stimmlich wirkte er jedoch nicht ganz auf der Höhe – möglicherweise erkältet, möglicherweise auch nicht. Corner of the Sky war nicht so mitreissend, wie es sein sollte; das war nicht Matthew Robinson am Mikrofon. Dennoch kam Thomas mehr als gut durch, und vieles an seiner Leistung ist mehr als ausgezeichnet – seine Arbeit in den Abschnitten Glory, Flesh und Ordinary Life ist perfekt ausbalanciert und knistert vor Präzision und sorgfältig sicherem Spiel.

Das Ensemble ist durchweg packend und wunderbar versiert – sie springen, purzeln, wiegen, tanzen, jiven, schwingen, fliegen, wirbeln, drehen, klettern, jonglieren und spielen mit Feuer, und das in verschiedensten Stadien der Entkleidung; sie sind das Rückgrat von Paulus’ erfinderischer Neuinterpretation von Pippin, und jede und jeder von ihnen ist herausragend. Und schön.

Chet Walkers Choreografie, die Fosse viel verdankt, ist schlicht atemberaubend und erwacht in Scott Pasks wunderbarem Zirkuszelt-Bühnenbild und Dominique Lemieux’ Kostümen quicklebendig zum Leben – all das wird von Kenneth Posner wunderschön und fein ausgeleuchtet. Larry Hochmans Orchestrierungen sind ein Triumph: Sie beleben die Partitur vollständig und schenken ihr eine Frische, die unmöglich schien.

Wirklich: Hier gibt es nichts, was man nicht lieben könnte. Das ist diese seltene Sache – eine rundum grossartige Wiederaufnahme eines Broadway-Stücks, die nahezu perfekte Besetzung mit einer inspirierten, innovativen Regie und einem ebenso klugen Konzept verbindet. Es wäre erstaunlich, wenn die Originalproduktion jemals so wahrhaft wunderbar gewesen sein sollte wie diese Wiederaufnahme. Sehr wahrscheinlich ist dies die definitive Pippin-Produktion unserer Lebenszeit.

Rundum glorreich – witzig und stilistisch zutiefst sexuell aufgeladen. Ein Pippin für alle Jahreszeiten. Nicht verpassen!

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