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KRITIK: Roots, Donmar Warehouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Jessica Raine und Linda Bassett in Roots. Foto: Stephen Cummiskey Roots

Donmar Theatre

2. Oktober 2013

4 Sterne

Es gibt vieles Bemerkenswerte an James Macdonalds Inszenierung von Arnold Weskers Roots, die derzeit im Donmar Theatre zu sehen ist – doch vielleicht am erstaunlichsten ist, dass Wesker schon zur Zeit des Schreibens, 1959, so starke Gefühle über die Verflachung der Kultur haben konnte.

Sein Argument ist eloquent und unwiderlegbar – und heute sogar noch wahrer als damals: Im Kern läuft es auf die Vorstellung hinaus, dass, wenn etwas Kostbares in etwas Gewöhnliches und Leichtzugängliches verwandelt wird, damit es für alle problemlos verfügbar ist, am Ende niemand – oder zumindest immer weniger Menschen – noch die Energie investiert, das Kostbare wirklich zu verstehen, und sich stattdessen mit dem Gewöhnlichen, dem leicht Konsumierbaren zufriedengibt. Die Qualität? Egal – Hauptsache, man kommt schnell dran.

In diesem Stück nimmt Wesker eine Reihe großer Themen in den Blick: das Scheitern des Sozialismus, die Zerstörung der englischen Arbeiterklasse, das generationenübergreifende Unverständnis und die Verbitterung, die aus dem Wandel der Zeiten entstehen, sowie die Art, wie Männer Frauen routinemäßig unterschätzen. Doch für diese Themen wählt Wesker eine Form, die Aufmerksamkeit verlangt, damit sie sich auszahlt.

Der erste Akt ist harte Kost: trostlos, nahezu hoffnungslos. Der zweite wirkt verführerischer, sobald die beeindruckende Matriarchin des Clans auftritt, dann der Patriarch, und die Konturen der Familie werden deutlicher. Fronten werden abgesteckt und Positionen bezogen. Im dritten Akt kommt dann die ganze Familie zusammen, um den Verehrer der jüngsten Tochter kennenzulernen – und, wenig überraschend, entpuppt er sich als Taugenichts, und es scheint, als werde die Tochter an ihren Platz verwiesen. Und dann passiert etwas wirklich Bemerkenswertes.

Dieses Stück kann schlicht nicht funktionieren ohne herausragende Leistungen der zentralen Figur Beatie und der Mutter – und hier sind sowohl Jessica Raine als auch Linda Bassett ganz, ganz großartig. Raine hat vielleicht die leichtere Aufgabe: Beatie ist die rebellische, temperamentvolle, aber auch etwas geblendete Konvertitin zu den sozialistischen Neudenker-Ideen ihres Liebhabers Ronnie, doch sie scheint weder die Gründe noch die Wirkung von Ronnies Lehren auf sich selbst oder ihre Familie wirklich zu begreifen. Raine ist in jeder Hinsicht wunderschön – geradezu strahlend. Sie bringt Freude und Charme in alles, in jeden Aspekt der Figur, selbst wenn Beatie – nun ja – sich wie eine komplette Zicke aufführt.

Bassett ist fabelhaft als die trockene, mitreißende und zähe Mutter – sie macht die scheinbar banale Küchen-Spüle-Routine fesselnd, stoisch und unsentimental. Und sie ist komisch. In dem ziemlich atemberaubenden Moment, in dem sie ihrer prätentiösen Beatie die Stirn bietet und die Tochter zwingt, ihre Familie so zu sehen, wie sie ist, liefert sie eine Darstellung von echter Einsicht und Tiefe. Und durch diese Erfahrung wird Beatie verwandelt.

Das sind zwei der besten schauspielerischen Leistungen, die man in diesem Jahr auf der Londoner Bühne sehen kann.

Aber tatsächlich glänzt das gesamte Ensemble – es gibt wirklich keinen Ausfall. Das Bühnenbild ist akribisch, detailreich und zwingend bedrückend – volle Punktzahl für Hildegard Bechtlers eindrucksvolles, atmosphärisches Set. Das ist Theater, das schwer auszuhalten sein kann – aber es fesselt und wirkt am Ende lebensbejahend. Und ziemlich großartig.

Das Donmar unter Josie Rourke war nie besser.

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