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REZENSION: The Wipers Times, New Wolsey Theatre Ipswich ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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V. l. n. r.: James Dutton, George Kemp, Kevin Brewer, Peter Losasso, Jake Morgan, Sam Ducane, Dan Tetsell. Foto: Phillip Tull The Wipers Times

New Wolsey Theatre, Ipswich.

7. November 2016

3 Sterne

Karten buchen Geschrieben von Ian Hislop und Nick Newman und für die Bühne nach ihrem TV-Film von 2014 adaptiert, erzählt diese wahre Geschichte von einer Gruppe Soldaten der 24. Division der Sherwood Foresters. Als sie 1916 in Ypern in einer ausgebombten Ruine eine Druckerpresse entdecken, drucken sie die satirische Wipers Times. (So genannt, weil Soldaten, die Ypern nicht aussprechen konnten, es „Wipers“ nannten.) Die daraus entstehende Zeitung war subversiv, wortspielerisch, rührselig und für die Soldaten Pflichtlektüre. Dreiundzwanzig Ausgaben erschienen – oft unter feindlichem Beschuss redigiert – von 1916 bis kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Es ist eine spannende Geschichte, und Hislops und Newmans Interesse daran liegt auf der Hand – Satire ist schließlich bis heute ein wichtiger Bestandteil unserer Comedy-Landschaft. Bei diesem Stück würde ich Ihnen außerdem ans Herz legen, ein Programmheft zu kaufen: Es enthält viele Beiträge aus der Wipers Times, ist äußerst informativ und wirklich lesenswert. Das Stück selbst ist jedoch recht konventionell gebaut und wirkt angesichts des Stoffs etwas zu vorsichtig – es erreicht nicht ganz die bissige Satire, die möglich gewesen wäre, trotz einiger gut platzierter Spitzen gegen die Daily Mail.

V. l. n. r.: George Kemp, Jake Morgan, Kevin Brewer, James Dutton, Peter Losasso, Dan Tetsell. Foto: Phillip Tull

Als Redakteure, Captain Roberts und Lieutenant Pearson, harmonieren James Dutton und George Kemp gut miteinander – besonders, wenn sie die Freundschaft der beiden Männer vermitteln. Allerdings sind die Figuren, ihrem Rang und den damaligen Umständen entsprechend, von einer sprichwörtlichen britischen Beherrschtheit geprägt; zu oft wirken sie eher wie Karikaturen als wie echte Menschen in extremen Situationen. Peter Lasasso ist hervorragend als der naive Soldat Dodd: Er bekommt die witzigsten Zeilen und zeigt große Wandlungsfähigkeit, wenn er die Artikel der Wipers zum Leben erweckt. Kevin Brewer als Henderson steht ihm gut zur Seite, besonders stark in einem Music-Hall-Auftritt.  Jake Morgan ist im Ensemble ebenso wirkungsvoll, doch die Frauenrollen sind zu skizzenhaft, als dass Eleanor Brown ihnen viel Leben einhauchen könnte. Die Gefahr für die Wipers Times ging von den höheren Rängen aus, die ihre subversive Natur verabscheuten. Hier ist Sam Ducane als schnöseliger Lieutenant Colonel Howfield äußerst effektiv: Er fordert die Einstellung der Zeitung und verkörpert gleichzeitig all jene Eigenschaften, auf die die Satire zielt.

James Dutton und George Kemp. Foto: Philip Tull

Ironischerweise ist die Bedrohung für die Zeitung nie wirklich spürbar; man hat zu keiner Zeit das Gefühl, sie stünde ernsthaft vor der Schließung oder die Herausgeber müssten mit einem Kriegsgerichtsverfahren rechnen. Das schmälert die Dramatik erheblich – besonders in der zweiten Hälfte, wenn es deutlich an Spannung fehlt. Henderson bleibt der einzige Tote; Verluste und die Folgen des Krieges werden insgesamt auf ein Minimum reduziert und bleiben weitgehend unerforscht. Am besten funktioniert das Stück, wenn es Artikel aus der Zeitung auf die Bühne bringt: Hier glänzt das Ensemble in Sketchen und Liedern, mit Dan Tetsell durchweg in besonders guter Form.

Weit entfernt von der bissigen Satire von Oh What a Lovely War und Blackadder Goes Forth, ist das Stück dennoch eine wirkungsvolle Hommage an eine außergewöhnliche Publikation. Es gibt einige bewegende Momente, die Angst und Heimweh der Soldaten einfangen. Es ist kein großes Stück, aber es macht Spaß – und die Aufführung hier in der Woche des Waffenstillstands verleiht ihm zusätzliche Eindringlichkeit.

Bis 12. November 2016

KARTEN FÜR THE WIPERS TIMES IM NEW WOLSEY THEATRE BUCHEN

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