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REZENSION: 'To Have To Shoot Irishmen', Omnibus Theatre ✭✭✭✭
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Von
markludmon
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Mark Ludmon rezensiert Almanac Arts’ neue Tournee-Produktion To Have To Shoot Irishmen, derzeit im Omnibus Theatre in Clapham
Elinor Lawless (Hanna) und das Ensemble von To Have To Shoot Irishmen. To Have To Shoot Irishmen
Omnibus Theatre Clapham, London, und auf Tournee
Vier Sterne
Eine der umstrittensten Gräueltaten des Osteraufstands von 1916 in Irland dient der Musikerin Lizzie Nunnery als Inspiration für ein eindringliches neues Stück. In einer Mischung aus Schauspiel und Liedern richtet To Have To Shoot Irishmen den Fokus auf Frank Sheehy Skeffington, einen Autor und Aktivisten, der verhaftet wurde, als er durch die Strassen Dublins ging, Plünderer aufzuhalten versuchte und zum Frieden aufrief, während seine republikanischen Freunde zu den Waffen gegen die britische Herrschaft griffen. Obwohl nie Anklage erhoben wurde, wurde er auf Befehl des ausser Kontrolle geratenen britischen Hauptmanns John Bowen-Colthurst kurzerhand und irrtümlich hingerichtet.
Gerard Kearns (Frank) und Robbie O'Neill (William) in To Have To Shoot Irishmen.
In einer fragmentarischen Erzählweise, die hin und her springt, erleben wir die Auswirkungen der Ereignisse auf Franks Ehefrau Hanna – selbst eine bekannte Suffragette und Verfechterin der irischen Unabhängigkeit – ebenso wie deren Effekt auf den jungen irischen Soldaten William Dobbin, der Frank im Gefängnis bewacht, und den in Irland geborenen britischen Offizier Sir Francis Vane, der versucht, das Kriegsverbrechen aufzudecken, das unter seiner Aufsicht begangen wurde.
Mit seinen zerbrochenen Möbeln und durchtrennten Stahlträgern wirkt das von Rachael Rooney entworfene Bühnenbild so zersplittert wie die Erzählung und spiegelt die physische, politische und psychologische Erschütterung wider, die sich ereignet hat. Das Bühnenbild bietet perkussive Spielflächen für das vierköpfige Ensemble, das der Inszenierung durch stimmungsvolle Folk-Musik zusätzliche emotionale Wucht verleiht und sich dabei am Klavier und an der Mandoline begleitet. Wehmütig und wütend zugleich verleihen die Songs von Nunnery und Vidar Norheim der Produktion eine dunkle Schönheit.
Russell Richardson (Vane) und Elinor Lawless (Hanna) in To Have To Shoot Irishmen
Mit einer herzzerreissenden Singstimme ist Elinor Lawless als trauernde Hanna ein bis zum Zerreissen gespanntes Bündel aus Wut und Verlust, während Gerard Kearns Frank einen idealistischen Charme verleiht – stoisch angesichts seiner ebenso rätselhaften Verhaftung. Russell Richardson gibt Vane als empört-englischen Offizier, der trotz seines knapp bemessenen Tons eine Loyalität zu seinem irischen Herkunftsland spürt, die im Widerspruch zu seinem Dienst für die britische Regierung steht. Robbie O’Neill ragt als 18-jähriger Dobbin heraus, der durch den sinnlosen Mord an einem Mit-Iren, den er zu achten gelernt hat, verwirrt und zutiefst erschüttert ist.
Straff inszeniert von Gemma Kerr für Almanac Arts, wirft To Have To Shoot Irishmen ein Licht auf vier Leben, die von den irischen Unruhen geprägt wurden – allesamt Figuren, die auf realen Menschen beruhen. Es ist ein intensiver und düsterer Abend, getragen von Liedern, die andeuten, dass Hoffnung selbst inmitten von Tod und Zerstörung standhält.
Zu sehen bis zum 20. Oktober 2018, anschliessend auf Tournee ins Everyman Theatre in Liverpool, ins Marlowe Theatre in Canterbury, ins Theatre Severn in Shrewsbury, ins Mumford Theatre in Cambridge sowie ins The Arts Centre der Edge Hill University in Ormskirk.
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Fotos: Mike Massaro
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