Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

REZENSION: Towards Zero, The Mill At Sonning, Oxfordshire ✭✭✭

Veröffentlicht am

23. August 2019

Von

markludmon

Share

Mark Ludmon rezensiert Brian Blesseds Wiederaufnahme von Agatha Christies „Towards Zero“ im The Mill at Sonning

Noel White (Matthew Treves) und George Telfer (Superintendent Battle). Foto: Andreas Lambis. Towards Zero

The Mill at Sonning, Oxfordshire

Drei Sterne

Tickets buchen

Agatha Christie hat meine Begeisterung fürs Theater geweckt. Bevor ich alt genug war, allein loszuziehen, bestand meine einzige Theatererfahrung als Kind in einem jährlichen Familienausflug ins Windsor Theatre Royal, um eine ihrer Geschichten auf der Bühne zu sehen. Ob „Murder at the Vicarage“ oder „A Murder Is Announced“ – spätestens in der Pause war jemand tot, und am Ende wurde der Täter entlarvt und der Gerechtigkeit Genüge getan. Einst ein fester Bestandteil der regionalen Theaterlandschaft, sind Christies perfekt konstruierten Krimirätsel heute trotz des seit 67 Jahren anhaltenden Erfolgs von „The Mousetrap“ und gelegentlicher Publikumserfolge wie „Witness for the Prosecution“ in der County Hall eher eine Seltenheit. Stattdessen haben wir uns an aufgepeppte, düsterere TV-Adaptionen ihrer Bücher gewöhnt. Umso mehr fühlte es sich an wie eine Zeitreise, Christies „Towards Zero“ in der von Brian Blessed inszenierten Wiederaufnahme im The Mill at Sonning zu sehen.

Chris Pybus (Inspector Leach), Noel White (Matthew Treves), George Telfer (Superintendent Battle). Foto: Andreas Lambis

Ursprünglich ein Roman, handelt es sich hier um eine Bühnenfassung, die Christie 1956 selbst schrieb – in Zusammenarbeit mit Gerald Verner. Sie bietet alles, was man von einer ihrer Geschichten erwartet: ein abgelegenes Landhaus, bevölkert von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe mit belasteten Vergangenheiten, ein plötzliches Todesopfer und ein Ermittler, der einer Spur von Hinweisen folgt, bis am Ende alle Verdächtigen im Salon versammelt sind und der Täter – oder die Täter – entlarvt wird. Schauplatz ist Gull’s Point in Cornwall, das Zuhause der wohlhabenden Witwe Lady Tressilian und ihrer Gesellschafterin Mary. Ihre Ladyschaft bekommt Besuch von ihrem ehemaligen Mündel Nevile Strange, dessen junger Ehefrau Kay und seiner Ex-Frau Audrey sowie von ihren Freunden Treves und Latimer und einem Verwandten, Royde. (Da wir uns in den 1950ern bewegen und unter Leuten aus der Oberschicht, werden die Männer meist nur mit dem Nachnamen angesprochen.)

Die erste Hälfte baut sich als langsam anziehendes Rätsel auf: Wer erwischt es? Während Christie die Spannungen unter der Oberfläche freilegt, haben die Figuren das Gefühl, „dass etwas passieren wird“, „dass etwas Seltsames vor sich geht“, dass „Schießpulver in der Luft liegt“. Tatsächlich zieht ein echtes Unwetter auf – und während der Regen in Strömen fällt, schlägt der Mörder zu. Da jeder verdächtig ist, liegt die Aufklärung in den Händen des etwas unkonventionellen Superintendent Battle, der in fünf von Christies Romanen vorkommt und laut Blessed ihr liebster Ermittler unter all ihren Detektiven war.

Hildegard Neil (Lady Tressilian) und Rob Heanley (Neville Strange). Foto: Andreas Lambis

In gleichmäßigem Tempo auf ein packendes Finale zusteuernd, ist dies ein klassischer Whodunit – sauber erzählt. Das Ensemble ist stark besetzt und bietet einige herrliche Leistungen, darunter Bethan Nash als streitlustige und liebestrunkene Kay sowie Hildegard Neil, die als Lady Tressilian gleichermaßen charmant wie unberechenbar wirkt. Es gibt humorvolle Akzente, besonders wenn das Geschehen in melodramatische Momente kippt, ebenso wie ein selbstreferenzielles Augenzwinkern – als wüssten die Figuren, dass ihr Leben einem literarischen Mordfall gleicht. Auch optisch überzeugt die Produktion: mit markanten Kostümen der Zeit, entworfen von Natalie Titchener, und einem Bühnenbild, das klug um das Thema Zeitmesser herum gestaltet ist – von Dinah England. Unterhaltsam und ohne große Anstrengung zu genießen, ist „Towards Zero“ ein feines Beispiel für Christies Kunst des Geschichtenerzählens. Auch wenn ihr Schreiben nicht gerade für psychologische Tiefenschärfe berühmt ist, erinnert dieses Stück an ihr präzises Gespür dafür, was scheinbar ganz normale Menschen zu extremen Taten treibt.

Spielzeit bis 28. September 2019

Diesen Artikel teilen:

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS