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KRITIK: Chinglish, Park Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Candy Ma in Chinglish. Chinglish

Park Theatre

28. März 2017

Vier Sterne

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Mit seinem gefeierten Stück Yellow Face hat David Henry Hwang das Problem, weiße Schauspieler für ostasiatische Rollen zu besetzen, pointiert satirisch aufs Korn genommen – entsprechend hoch sind die Erwartungen an sein neues Stück Chinglish. Im Mittelpunkt stehen die mühsamen Versuche des weißen amerikanischen Geschäftsmanns Daniel Cavanaugh, mit dem Familienunternehmen Ohio Signage auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Zunächst sorgt das Stück mit irritierend mühelosen Lachern über schlecht übersetzte chinesische Schilder für Heiterkeit – etwa „Deformed men restroom“ statt „Behindertentoilette“ –, bevor es den Spalt zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was gemeint ist, in geschäftlichen wie privaten Beziehungen auslotet.

Lobo Chan, Candy Ma, Windson Liong und Gyuri Sarossy in Chinglish

Die Darsteller in den chinesischen Rollen sprechen Mandarin, mit englischen Übertiteln – und liefern reichlich Lacher über versehentliche und mitunter sogar bewusst schlechte Übersetzungen. Komik entsteht auch aus Daniels Frust, wenn er die kulturellen Unterschiede nicht nur zwischen dem Westen und China, sondern auch zwischen der alten Garde – verkörpert durch Minister Cai Guoliang – und der neuen Generation um Vize-Ministerin Xi Yan verstehen und navigieren muss. Dabei stößt er auf kaum übersetzbare Konzepte wie guanxi – die Personalisierung von Geschäftsbeziehungen – ebenso wie auf ein System aus Vetternwirtschaft und Gefälligkeiten.

Lobo Chan in Chinglish

Daniel, von Gyuri Sarossy mit bisweilen kindlicher Verblüffung gespielt, gerät in einer Welt ins Straucheln, in der minimale tonale Unterschiede in der Aussprache bedeuten, dass aus „love“ „dust“ wird oder „panic“ zu „splat“. Hilfe sucht er bei Peter, einem ehemaligen Lehrer, der nun als Berater arbeitet – und in China ebenso heimatlos wirkt wie in seiner Heimat Leicester. Duncan Harte spielt ihn mit zurückhaltendem Witz. Auch Siu-see Hung und Windson Liong hinterlassen als alles andere als perfekte Übersetzer Eindruck, ebenso wie Lobo Chan als der charmante, aber erschöpfte Cai Guoliang. Als Xi Yan zeichnet Candy Ma das Bild einer Frau, die einsam, aber keineswegs verletzlich ist – das Gesicht des forsch ehrgeizigen neuen China.

Minhee Yeo und Gyuri Sarossy in Chinglish

Unter der Regie von Andrew Keates ist Chinglish eine hinreißend komische Komödie, die zugleich Facetten des modernen China und den Wandel von Gepflogenheiten in Wirtschaft und Politik beleuchtet. Mit einer verschlungenen Handlung und starken Figuren lässt sie einen lachend zurück – und dennoch mit dem Bewusstsein für eine unvermeidliche Kluft zwischen den beiden Kulturen, durch die in der Übersetzung immer etwas verloren gehen wird.

Läuft bis zum 22. April 2017

Fotos: Richard Davenport für The Other Richard

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