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REZENSION: Death of England - Closing Time, National Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies rezensiert Death of England – Closing Time, jetzt im Dorfman Theatre am National Theatre zu sehen.

Sharon Duncan-Brewster und Hayley Squires. Foto: Feruza Afewerki Death of England – Closing Time.

The Dorfman, National Theatre.

23. September 2023

4 Sterne

Tickets buchen Hinweis – Seit der Rezension der Produktion ist Jo Martin erkrankt. Die Rolle der Denise wird nun von Sharon Duncan-Brewster übernommen.

Beim Betreten des Zuschauerraums und dem Anblick des St.-Georgs-Kreuzes – markant und rot – wird Clint Dyers und Roy Williams’ meisterhafte „State of the Nation“-Sequenz zurück an den Anfang versetzt: in diesen selben Raum, vor drei Jahren, bevor die Pandemie zuschlug. Wir hörten Michael Fletcher nach dem Tod seines Vaters, einem eingefleischten Leyton-Orient-Fan, einem Rassisten alter Schule, und von Delroy, Michaels Freund und mit seiner Schwester Carly verheiratet. Am Ende von Death of England: Face To Face haben die Jungs Carly und Delroys Mutter Denise überzeugt, gemeinsam mit ihnen einen Blumenladen und einen westindischen Imbiss zu eröffnen. Jetzt bekommen wir endlich ihre Version der Ereignisse zu hören – doch alles ist nicht eitel Sonnenschein: Die Handlung setzt an dem Tag ein, an dem das Geschäft schliesst, und ein Fremder kommt, um die Schlüssel zu übernehmen.

Sharon Duncan-Brewster. Foto: Feruza Afewerki

Wie schon im ersten Teil erzeugt das Bühnenbild eine grossartige Dynamik mit dem Publikum, und die Darsteller*innen nutzen Raum und Atmosphäre voll aus – das Spiel ist von aussergewöhnlicher Qualität. Hayley Squires ist herausragend als Carly: strassenschlau und bis über beide Ohren in Delroy verliebt, trotz ihrer Makel und trotz des Rassismus-Stempels, den ihr Vater ihr aufgedrückt hat, so sehr sie auch dagegen anzukämpfen versucht. Sie verkörpert und kanalisiert Delroy hervorragend, unterstreicht die Albträume, die ihn seit dem frühen Verlust seines Vaters verfolgen, und zeigt zugleich – indem sie ihre Beziehung zu ihm persifliert –, wie sehr ihre Sichtweise die einer weissen Frau ist. Besonders einprägsam ist eine Sequenz, in der sie am Esstisch sämtliche Familienmitglieder spielt – Vater, Mutter und Michael – und diskutiert wird, ob man Delroy, Michaels neuen besten Freund, zum Tee einladen soll. Der Text ist leicht auf Carly zugeschnitten, und Jo Martin als Denise muss manchmal stärker arbeiten, um den Fokus auf sich zu ziehen. Doch das ist Absicht: Es zeigt, wie Frauen wie Denise nicht gehört werden, und Martin schafft trotz aller Wut eine stille Würde. Als Carlys betrunkene Aufzählung der „fünf Dinge über schwarze Männer“, vorgetragen auf einem Junggesellinnenabschied, viral geht, bringt das das Geschäft zu Fall, weil Kund*innen den Laden boykottieren. Klischees werden herausgefordert, und viele im Publikum erkennen Figuren und Dialoge als echt wieder. Tatsächlich gehört die Interaktion mit dem Publikum zu den Höhepunkten – Martin fragt sogar, als im Saal ein Handy klingelt, ob „jemand da rangehen will?“

Hayley Squires. Foto: Feruza Afewerki

Die Metapher des geschlossenen Ladens ist eine treffende für ein kaputtes Grossbritannien – ebenso wie die Bestätigung der Frauen, dass sie füreinander einstehen. Auch wenn ich mir stellenweise mehr Wut zwischen ihnen gewünscht hätte, bezeugt das Stück wunderschön – um John Lennon zu zitieren –, dass Frauen die Hälfte des Himmels tragen. Von ihren Männern und vom Klassensystem im Stich gelassen, stehen sie vereint da, während ein unbekannter Mann näherkommt, um ihnen jeden Erfolg zu nehmen, den sie sich erarbeitet haben könnten. So rundet es dieses Quartett von Stücken wunderbar ab: hervorragend geschrieben und inszeniert – mit einem starken Schlusspunkt.

Bis 11. November 2023

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