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REZENSION: Equus, Theatre Royal Stratford East, UK Tour ✭✭✭✭
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Von
danielcolemancooke
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Danny Coleman-Cooke bespricht English Touring Theatres und Theatre Royal Stratford East’s Wiederaufnahme von Peter Shaffers Equus, die gerade auf UK-Tour geht.
Zubin Varla (Martin Dysart), Ethan Kai (Alan Strang), Syreeta Kumar (Dora Strangehorse), Robert Fitch (Frank Strangehorse) in Equus. Foto: The Other Richard Equus Theatre Royal Stratford East
26. Februar 2019
4 Sterne
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Ben Hur, Equus, War Horse; über die Jahrzehnte sind unsere Pferdefreunde zu einem festen Bestandteil der Dramatik geworden (ich nehme an, sie sind eleganter als das eher selten dramatisierte Schwein).
Und nie wurde das Pferd so dynamisch dargestellt wie in dieser wunderbaren Adaption von Peter Shaffers klassischem Text.
Auf die traditionellen Drahtmasken wurde verzichtet zugunsten eines natürlicheren Ansatzes, mit ausdrucksstarker Bewegung, die Geist und Gang dieser großartigen Tiere perfekt einfängt.
Ira Mandela Siobhan (Horseman Nugget) und Ethan Kai (Alan Strang) in Equus. Foto: The Other Richard
Wir steigen bei Equus ein, als der problemgeplagte Teenager Alan Strang nach einem unerklärlichen Vorfall, bei dem er sieben Pferde blendet, zu dem Psychiater Dr. Dysart geschickt wird. Der Arzt, der mit seinen eigenen persönlichen Problemen ringt, beginnt bald, Alans bemerkenswerte Geschichte zu entschlüsseln.
Auch wenn die Handlung heute nicht mehr so schockiert, wie sie es bei ihrer Uraufführung 1973 getan haben muss, wirkt sie dennoch frisch und voller Einsichten in die menschliche Natur. Einige von Dysarts Monologen geraten zwar an die Grenze zum Ausufernden und Melodramatischen, doch die Dialoge sind pointiert, und es gibt Momente von großem Humor (besonders nach einer komischen Wendung in der zweiten Hälfte).
Syreeta Kumar (Dora StrangHorse), Zubin Varla (Martin Dysart), Ethan Kai (Alan Strang) in Equus. Foto: The Other Richard
Die schauspielerischen Leistungen sind erstklassig; Ethan Kai führt das Ensemble brillant als Alan Strang an. Zunächst verschlossen, öffnet er sich nach und nach und zeigt echte Tiefe und Bandbreite – und weckt großes Mitgefühl für Alans verwirrten Seelenzustand, trotz seines schrecklichen Verbrechens.
Ich war zunächst etwas überrascht, Zubin Varla schon beim Betreten des Theaters auf der Bühne sitzen zu sehen – bisher kannte ich ihn nur als Judas, den er in Jesus Christ Superstar schmachtet. Doch als Dr. Dysart war er herausragend und holte den trockenen Humor und den erbärmlichen Selbstzweifel aus Shaffers Text heraus.
Ethan Kai (Alan Strang) in Equus. Foto: The Other Richard
Beeindruckt hat mich auch Robert Fitch mit einer starken Darstellung von Alans sturem und kompromisslosem Vater, der versucht, die Herausforderungen der Erziehung eines Teenagers mit seinen dogmatischen Prinzipien zu vereinen.
Das Geschehen spielt auf einem schlichten, klinischen Bühnenbild, eingefasst von vorhangartigen, an einen Krankenhausraum erinnernden Bahnen, die am Ende des Stücks in einem glänzenden Coup de théâtre eingesetzt werden.
Die Bewegung war durchweg bezaubernd – ein großes Verdienst der Bewegungsregisseurin Shelley Maxwell sowie von Ira Mandela Siobahn, der/die als Nugget, Alans Lieblingspferd, eine beeindruckend anthropomorphe Darstellung liefert.
Mit seinen treffenden Themen rund um Religion, Elternschaft und Psychiatrie ist dies ein Stück, das heute ebenso wichtig ist wie bei seiner Premiere vor fast fünfzig Jahren.
Dank eines hervorragenden Ensembles und der starken Regie des aufstrebenden Ned Bennett ist dies wirklich eine frische Sicht auf einen britischen Klassiker.
EQUUS UK-TOURPLAN
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