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KRITIK: Das Musical der Musicals, Above The Stag Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

julianeaves

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Julian Eaves rezensiert The Musical of Musicals von Joanne Bogart und Eric Rockwell, derzeit im Above The Stag Theatre in Vauxhall zu sehen.

Foto: PBG Studios The Musical of Musicals Above The Stag, 23. November 2018 5 Sterne Jetzt buchen Es ist eine Kunst, eine Revue richtig gut hinzukriegen: Man braucht nur das beste Buch, die beste Musik, die beste Besetzung, die beste Regie und Choreografie sowie das beste Bühnenbild, Licht und Sound – und alles andere ist ein Kinderspiel. Genau so ist es bei diesem hinreißenden kleinen Juwel, das gerade die Musical-Kennerinnen und -Kenner in dem schmucken, intimen Saal dieses neuen Theaters begeistert.  Wer diese Truppe noch von der früheren Adresse weiter die Strecke hinunter unter einem anderen Bahnbogen kennt: Der Raum ist fast exakt so groß wie damals – wodurch sich die treue Stammkundschaft des großartigen LGBTQ+-Theaters der Hauptstadt sofort wieder zu Hause fühlt.  Und genauso soll es sein.  Das ist Insider-Theater für Insider: ein fünfteiliger Parodie-Zyklus auf prägende Musical-Schöpfer, wobei jeder „Akt“ dieselbe Geschichte erzählt – aber virtuos in Stil, Ton und Eigenheiten der jeweiligen Originale gegossen. Foto: PBG Studios Den Auftakt machen Rodgers und Hammerstein – eine kluge Wahl, um die etwas schmalzige Ausgangsgeschichte klar aufzuziehen, die danach in immer alberneren Formen und Manieren wiederkehrt.  Eric Rockwells Musik und Joanne Bogarts Songtexte (und das Buch der beiden) treffen bei ihrer Sezierung der Macken und Gewohnheiten der „Williamson Boys“ stets ins Schwarze.  Und in den geschmeidigen Händen der Neuzugänge Charlotte Christensen, Sev Keoshgerian und Cecily Redman – sowie des womöglich nur einen Hauch erfahreneren James Thackeray – entstehen köstlich stimmige, todernste Interpretationen.  Sie werden kundig und mit Schwung begleitet von Musical Director Simon David (ebenfalls ein bekanntes Gesicht hier).  Und Choreografin Carole Todd schenkt uns unzählige Vergnügen, darunter ein brillantes Mikro-Ballett – inklusive einiger der ikonischsten Bewegungen und Gesten aus dem epischen Finale von Akt 1 von „Oklahoma!“.  Vor allem aber ist Robert McWhirs Regie glasklar und erreicht mit seinen vier Darsteller*innen einen ständig wechselnden Reigen von Konstellationen, der uns den Unsinn glauben lässt, während wir zugleich darüber lachen. Foto: PBG Studios Und wir lachen viel.  Die Pointen kommen in Sturzbächen und Wellen – vorausgesetzt, man ist im Musical-Kanon zuhause.  Im zweiten „Akt“: einer gnadenlos perfekten Vivisektion Sondheims in einem schicken New Yorker Apartmenthaus – „The Woods“ – hören wir die Sirene aus „Sweeney Todd“, worauf der Leading Man antwortet: „Die Türklingel“.  Die Beobachtung ist messerscharf, martini-trocken und zugleich wunderbar charmant – und zerlegt ihr Zielobjekt dennoch komplett.  Nicht umsonst, so hat man das Gefühl, hat die große Eminenz selbst gegen „Parodie“ als Genre gewettert.  Er weiß, wovon er spricht.  Wenn man all die Hintergründe nicht kennt – wie mein Sitznachbar –, wird man trotzdem vom Elan und Tempo des Spaßes mitgerissen. Zum Abschluss der ersten Hälfte marschieren wir beherzt in die überkostümierte Wohlfühl-Opulenz von Jerry Hermans Reich der Zähne und des Lächelns – komplett mit rasend schnellen Kostümwechseln und Auftritten oben auf der Treppe, um Applaus zu melken, als wäre es Goldrahm.  Stewart Charlesworth liefert das skelettierte, vielseitig nutzbare Bühnenbild und die clever wandelbaren Kostüme.  Jack Weir, ein Spezialist des Hauses, leuchtet das alles perfekt aus.  Dann, nach einer kleinen Verschnaufpause, geht’s weiter – erst mit Andrew Lloyd Webbers und schließlich Kander und Ebbs Litanei der Sünden des Erfolgs.  Eigentlich scheint das Ziel der Satiriker weniger die Autor*innen selbst zu sein als vielmehr unsere eigene Obsession mit ihnen – und unsere Fähigkeit, etwa den Phantom mit Evita zu verschmelzen, als gehörten sie wirklich in dieselbe Geschichte.  Denn in gewisser Weise tun sie das: Sie gehören zu unserer Geschichte, der Geschichte unserer Liebesaffäre mit dem Musical.  Und wo ließe sich diese großartige Besessenheit besser und klarer begreifen als in dem miniaturhaften komischen Universum dieses „Show der Shows“?

THE MUSICAL OF MUSICAL – TICKETS

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