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REZENSION: Die Lektion, Hope Theatre London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Eugène Ionescos Die Unterrichtsstunde, derzeit im Hope Theatre in London zu sehen.

Die Unterrichtsstunde

Hope Theatre, London

Vier Sterne

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Die Unterrichtsstunde beginnt zunächst ganz geradlinig: Eine junge Frau erscheint im Haus eines gelehrten Professors, begierig darauf, sich vor anstehenden Prüfungen unterrichten zu lassen. Doch wir sind in der Welt Eugène Ionescos, des Meisters des französischen absurden Theaters – und hier ist nie etwas so einfach.

Uraufgeführt 1951, zählt das Stück zu den markantesten Beispielen jener neuen Experimente mit Form und Figurenzeichnung, die Ionesco später in Werken wie Die Nashörner und Der König stirbt (derzeit am National Theatre zu sehen) noch berühmter auslotete. Während der Professor seine Schülerin von Mathematik bis Linguistik durch verschiedene Themen führt, wird die Stunde zu einer Untersuchung von Macht – und nimmt eine erschreckende Wendung, als er seine Position und sein Wissen nutzt, um sie zu beherrschen und zu unterdrücken. Dabei schwingt eine politische Ebene mit: Parallelen zur Beziehung zwischen Demagogen und Bevölkerung drängen sich auf – ein Motiv, das auch 67 Jahre später nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Ganz im Sinne von Ionescos Freude an den Bedeutungen von Wörtern bringt die zunehmend surreale Lektion dazu, die Grundlagen von Sprache und Kommunikation zu hinterfragen. In der Mathematik lässt uns die Schülerin erkennen, dass Zahlen mehr sind als bloße Einheiten: Sie haben Form und andere Eigenschaften – dass drei tatsächlich größer sein könnte als vier. In der Philologie verblüfft uns der Professor mit seiner verwirrenden These, Wörter seien in allen Sprachen gleich, hätten jedoch je nach Geografie unterschiedliche Bedeutungen – was zusätzliches Gewicht erhält, weil der Text aus dem Französischen übersetzt ist.

Mit der klassischen Übersetzung von Donald Watson zeigt Regisseur Matthew Parker in dieser frischen, lebendigen Inszenierung ein meisterhaftes Verständnis von Ionescos Werk. Vor Rachael Ryans makellos weißem Bühnenbild führt uns das Stück auf einen düsteren Pfad, begleitet von einer beunruhigenden, verstörenden Klanglandschaft, entworfen von Simon Arrowsmith. Bei aller Kälte mancher Momente ist Parkers Inszenierung tatsächlich sehr komisch und nutzt viele Gelegenheiten für Lacher – selbst dann, wenn man eigentlich entsetzt sein sollte.

Roger Alborough ist hervorragend als Professor: Er reitet die Wellen von Ionescos Sprache und kippt mühelos von jovialem Charme in etwas deutlich Bedrohlicheres. Als seine eifrige junge Schülerin trifft Sheetal Kapoor den breiten, absurden Humor eines Teenagers, der Milliarden multiplizieren kann, aber nicht über 16 hinauszählen. Komplettiert wird das starke Ensemble von Joan Potter als Dienstmädchen, deren Beziehung zum Professor der Machtanalyse des Stücks eine weitere Ebene hinzufügt. In den Händen eines Regisseurs, der die eigentümlichen Anforderungen von Ionescos Schreiben offenkundig versteht, ist diese Produktion eine unübersehbare Gelegenheit, einen Klassiker des absurden Theaters in bester Form zu erleben.

Zu sehen bis 13. Oktober 2018 im Hope Theatre. Fotos: Laura Harling/LH Photoshots

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