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KRITIK: Der Gauner auf der Treppe, Lantern Theatre (Brighton Fringe) ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Elliott Rogers als Wilson in The Ruffian On The Stairs

The Ruffian on the Stair

Lantern Theatre (Brighton Fringe)

Drei Sterne

5. Mai 2017

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Vor allem bekannt durch Loot und Entertaining Mr Sloane bewies Joe Orton sein Potenzial als Dramatiker erstmals mit dem kurzen Hörspiel The Ruffian on the Stair, das 1964 ausgestrahlt wurde. Später für die Bühne überarbeitet, wird es wegen seiner Kürze seltener gespielt – doch gerade die Laufzeit von 50 Minuten macht es ideal für Fringe-Festivals. Anlässlich des 50. Todestags von Orton bringt Blue Devil Theatre im Brighton’s Lantern Theatre eine neue Inszenierung des Stücks heraus, als Teil des Brighton Fringe.

Elliott Rogers und Kiki Kendrick in The Ruffian On The Stairs.

Der pechschwarze Humor und die verdrehte Moral von Ortons späteren Stücken sind in The Ruffian on the Stair von Beginn an deutlich. Es beginnt mit dem irischen Ex-Boxer Mike und seiner Frau Joyce, die sich in ihrer winzigen Londoner Wohnung für den Tag fertig machen. Während sie die traditionellen Rollen von hart arbeitendem Ehemann und Hausfrau durchspielen, entpuppt sich Mike als Kleingangster, der sich auf weitere zwielichtige Unternehmungen vorbereitet, während Joyce eine ehemalige Prostituierte ist, die mehrfach ihre Identität gewechselt hat und nun ihre Tage in komfortabler Untätigkeit verbringt. In diese Welt platzt der kräftige, wütende junge Mann Wilson, der scheinbar ein Zimmer mieten will, aber offensichtlich auf Rache aus ist – nach dem Tod seines Bruders. 

Triefend vor Sex und Bedrohung ist Elliott Rogers als Wilson eine ungemein starke Präsenz: Er jagt Joyce Angst ein, weckt in ihr jedoch zugleich das Mütterliche – durch seine Verletzlichkeit und seinen Verlustschmerz. Kiki Kendrick ist als Joyce sinnlich und hart, eine Überlebenskünstlerin, die ihren Goldfisch mehr liebt als jeden Mann, während Pádraig Lynch Mike als posierenden Grobian spielt, mit einem völlig fehlgeleiteten Sinn für Respektabilität. Das Ensemble hat Ortons einzigartige Komik sehr gut im Griff und spricht seine überbordende Sprache mit jener todernsten Konsequenz, die sie erst wirklich komisch macht.

Pádraig Lynch als Mike

Mit einer Bühne voller Requisiten aus der Zeit – darunter eines von Tretchikoffs kitschigen Porträts – hat Regisseur Ross Dinwiddy die Handlung ins Jahr 1967 verlegt: nicht nur das Jahr, in dem Orton von seinem Partner Kenneth Halliwell ermordet wurde, sondern auch das Jahr der ersten vollständig szenischen Produktion am Royal Court und der Entkriminalisierung der Homosexualität. Während diese neue Inszenierung Wilson als ebenso maskulin wie muskulös zeigt – bis zum Ende des Stücks auf seine Unterhose reduziert – spricht er in homoerotischer Weise über seinen verstorbenen Bruder, was ihm die Aura eines schwulen „Rüpels“ verleiht, der in das Leben eines heterosexuellen Paars eindringt, dessen Beziehung nur den oberflächlichen Firnis einer respektablen Ehe trägt. Da im August am Londoner Park Theatre eine neue Produktion von Loot ansteht, ist diese neue Aufführung von The Ruffian on the Stair eine treffende Erinnerung an Ortons Talent, das nur vier Jahre lang aufblühte, bevor sein Leben so früh endete.

26. & 27. Mai

Lantern Theatre, Brighton 

TICKETS FÜR THE RUFFIAN ON THE STAIR BEIM BRIGHTON FRINGE BUCHEN

 

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