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KRITIK: Abi, Queen's Theatre Hornchurch ✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Mark Ludmon bespricht Abi, Atiha Sen Guptas zeitgenössische Antwort auf Abigail's Party, jetzt im Queen's Theatre Hornchurch.

Safiyya Ingar als Abi. Foto: Mark Sepple Abi

Queen's Theatre Hornchurch, London

Drei Sterne

Jetzt buchen Es ist 41 Jahre her, seit Mike Leigh uns erstmals die unvergesslichen Figuren aus Abigail's Party schenkte. Das TV-Drama, das auf einem erfolgreichen Bühnenstück basierte, ist so beliebt wie eh und je – da war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis jemand darüber nachdenkt, wie es danach weiterging. Atiha Sen Guptas neues Stück Abi ist keine direkte Fortsetzung, sondern eher eine zeitgenössische „Antwort“, die viele Themen und Motive aufgreift und auf einige der Figuren verweist. Es erkundet anhand der Figur Abisheera, oder Abi – der Enkelin der 15-jährigen Abigail, deren Hausparty ihre Mum Sue dazu brachte, Zuflucht bei den Nachbarn Beverly und Laurence zu suchen –, was es bedeutet, 2018 ein Teenager-Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein zu sein.

Abi wurde vom Derby Theatre als Begleitstück zu Douglas Rintouls neuer Inszenierung von Abigail's Party am Queen's Theatre Hornchurch in Auftrag gegeben – nahe Romford, an der Grenze zu Essex, wo das Originalstück spielt. Es ist Teil der Retold-Reihe des Derby Theatre: Ein-Frauen-Stücke, die aus weiblicher Perspektive auf Klassiker reagieren. 2018 ist Abi ein selbstbewusstes 15-jähriges „halbasiatisches“ Mädchen, das sich darauf freut, für eine Hausparty in Omas Haus die eigenen Freundinnen und Freunde einzuladen. Beverlys käsige Ananas-Häppchen sind vielleicht durch Cheese-&-Onion-Pringles ersetzt worden und es gibt nun ein modernes knallrotes Sofa, doch die Kulisse ist weitgehend noch immer das Wohnzimmer der 1970er – entworfen von Lee Newby für Rintouls Produktion. Es bleibt unklar, ob Abigail in Beverlys und Laurences altes Haus gezogen ist oder ob dies einfach Abigails eigenes Zuhause in Romford darstellen soll; in jedem Fall spiegelt es wider, wie Abigail – inzwischen 56 und im Krankenhaus ans Bett gefesselt – von den Siebzigern und ihren Teenagerjahren verfolgt wird.

Safiyya Ingar als Abi. Foto: Mark Sepple

Wie Beverly liebt die junge Abi das Tanzen – nur sind die Disco-Hits der 1970er durch Rihanna und Bruno Mars ersetzt. So wie Abigail's Party sich mit den Rollen von Männern und Frauen in Beziehungen im Zeitalter von „women's lib“ und gesellschaftlichem Wandel befasst, schaut Sen Guptas neues Stück auf die Auswirkungen des Datings im digitalen Zeitalter von Instagram und WhatsApp: eine Welt, in der junge Menschen eine Beziehung online entwickeln können, bevor sie sich überhaupt im echten Leben treffen – „IRL“, wie Abi sagt. Ihre Hausparty ist für sie die Gelegenheit, sich endlich zum ersten Mal mit einem geheimnisvollen älteren Mann, Luke, zu treffen, mit dem sie digital „zusammen“ ist – und knüpft damit an Leighs Erkundung von Männlichkeit in Abigail's Party an. Neben diesen Echos des Stücks von 1977 richtet Sen Gupta den Blick auch auf die komplexen Bindungen zwischen Müttern und Töchtern sowie auf die Erfahrung, als Mädchen mit gemischter Herkunft im heutigen Großbritannien aufzuwachsen.

Die Stärke dieser neuen 60-minütigen Solo-Show verdankt sich nicht zuletzt der eindrucksvollen, oft sehr witzigen Performance von Safiyya Ingar unter der Regie von Sarah Brigham, der künstlerischen Leiterin des Derby Theatre – sie erschafft damit eine deutlich sympathischere Figur, als man sie in Mike Leighs Welt oft findet. Von kindlicher Überschwänglichkeit bis zu nachdenklicheren Einsichten spielt sie mit großer Präsenz ein Mädchen, das die Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer Zeit neuer Chancen und neuer Gefahren meistert. Während Abi und ihre Familie von der Vergangenheit und den Ereignissen eines Samstagabends im April 1977 heimgesucht werden, zeigt sich dieses Erbe letztlich als positive Kraft – dank inspirierender, unabhängiger weiblicher Vorbilder wie Abigail. Abi mag nicht die subtile Brillanz von Leighs Schreiben haben – und auch nicht Demis Roussos, Pilchard-Curry und Ananas-Käse-Häppchen am Spieß –, doch für alle Fans von Abigail's Party ist es ein absolutes Muss und wird den Blick auf das Originalstück verändern.

Zu sehen bis 22. September 2018 im Queen's Theatre Hornchurch, anschließend im Derby Theatre vom 29. September bis 20. Oktober 2018.

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