NACHRICHTEN
KRITIK: Bette Midler And Me, Upstairs At The Gatehouse ✭✭✭
Veröffentlicht am
24. September 2015
Von
danielcolemancooke
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Bette Midler… und ich
Upstairs at the Gatehouse
23. September
3 Sterne
Nach positiven Kritiken beim Edinburgh Fringe stolziert Bette Midler… und ich für eine Woche nach Highgate, bevor die Produktion im Oktober ins St James’ Theatre weiterzieht.
West-End-Veteranin Sue Kelvin führt durch eine spannende Mischung aus Geschichten über Midlers Aufstieg zum Ruhm, beliebten Showtunes und autobiografischen Anekdoten über ihre eigene Kindheit. Das ist eine interessante Kombination, die insgesamt gut funktioniert – die Höhen und Tiefen in Midlers Leben spiegeln dabei oft die von Kelvin.
Kelvin spricht offen über ihre schwierige Kindheit, Probleme mit dem Gewicht und den Verlust ihres Bruders; die Songs sind klug platziert und so eingerahmt, dass sie die sich wandelnde Stimmung der Produktion widerspiegeln. Es wird deutlich, dass Midler einen enormen Einfluss auf Kelvins Leben hatte: Sie bot ihr Eskapismus aus ihrer Kindheit in Dewsbury (weit entfernt von Midlers Hawaii) und inspirierte sie durch die Schauspielschule und darüber hinaus.
Von der Form her ähnelt die Show stark The Jewish Legends, eine Produktion, die ich kürzlich am selben Haus gesehen habe – mit ihrem Mix aus Songs, Erzählen und frechen Pointen. Obwohl Bette Midler and Me denselben Autor (Chris Burgess) hat, ist dieses Skript deutlich straffer, witziger und sorgte entsprechend für mehr Lacher.
Das liegt zum Teil an der besseren Präsentation (identische Gags kamen deutlich besser an), aber auch daran, dass der Text farbiger ist: weniger biografische Nacherzählung, mehr emotionales Gewicht. Relevante historische Momente wie die Stonewall-Aufstände und der Vietnamkrieg liefern nicht nur interessantes Material, sondern geben auch wertvollen Kontext zu Bette und wofür sie stand.
Kelvins persönliche Anekdoten sind enorm berührend, und es wäre schön gewesen, diesen Teil noch weiter auszubauen – selbst wenn das auf Kosten einiger Midler-Geschichten gegangen wäre. Ein störender Aspekt ist die Anzahl der Fat Jokes, die Kelvin auf eigene Kosten macht; was als Selbstironie beginnt, fühlt sich gegen Ende eher nach Selbstkasteiung an.
Sue Kelvin und Alex Young in Bette Midler and Me
Die Show endete mit einer komödiantischen Puppen-Parodie des Midler-Films Beaches (zur Transparenz: Ich habe den Film nicht gesehen – was sie mich mit einem cleveren Moment der Publikumsbeteiligung gestehen ließen). Obwohl der Sketch eine ordentliche Reaktion im Saal bekam, wirkte er im Vergleich zu dem, was davor kam, deutlich weniger witzig und war ein etwas merkwürdiger Abschluss für eine zuvor ziemlich berührende Show.
Musikalisch war es erwartbar präzise, mit der preisgekrönten Sarah Travis am Klavier und bei den Backing Vocals. Kelvin, Travis und die hervorragende Alex Young zauberten wunderschöne Harmonien; The Rose und Stay With Me gaben dem Ensemble die Gelegenheit, die ganze stimmliche Bandbreite zu zeigen.
Kelvin ist eine unterhaltsame, einnehmende Erzählerin und positioniert sich als Fan statt als Imitatorin. Ihre Stimme hat beachtliche Tiefe, und sie ist eine starke Geschichtenerzählerin. Mit ihrer Sidekick des Abends, Alex Young, stimmt die Chemie – die beiden spielen sich hervorragend die Bälle zu (statt in die Revue-Falle zu tappen, eine Pointe zu liefern und dann innerlich bis zur nächsten auszusteigen).
Alex Young ist weit mehr als nur stimmliche Unterstützung; sie ist eine magnetische Bühnenpräsenz und hat eine umwerfende Stimme. Ihr Beitrag zu From A Distance war herausragend und stahl ihrer Kollegin stellenweise die Show. Im Laufe der Produktion sang sie nicht nur, sondern spielte auch Klavier, Flöte und Ukulele. Sympathisch und mit großer Spielfreude – definitiv ein Name, den man sich merken sollte.
Für Midler-Fans ist das ganz klar ein Pflichttermin – und dank eines energiegeladenen Ensembles und einiger funkelnder Tunes gibt es auch für alle anderen reichlich Unterhaltung.
Bette Midler and Me gastiert am 2. und 3. Oktober 2015 im St James Theatre, London
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