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KRITIK: Bring Back Chainmail, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht die Produktion von Found In Translation von Bring Back Chainmail am Mercury Theatre in Colchester.
Bring Back Chainmail. Mercury Theatre, Colchester.
12. November 2022
4 Sterne
Website von Found In Translation
Wir alle haben uns in unserer Fantasie und in unseren Schlafzimmern Welten erschaffen – einen Ort, an dem wir uns sicher fühlen und vor den Prüfungen der Welt verborgen. James hat sich in eine Welt aus Rittern und Turnieren zurückgezogen, losgelöst von der Realität und von seinem Vater. Seine beste Freundin Sophie ist ein Barde – stumm und die Brücke zwischen seinen beiden Welten. Doch James trauert um seine kürzlich verstorbene Mutter, und das Stück ist eine liebevolle, wunderschöne Auseinandersetzung mit Verlust, Elternschaft und Freundschaft. Ich habe vor ein paar Jahren erstmals eine frühe „Scratch“-Fassung gesehen, und das Stück ist für Autor und Darsteller Tommy Campe ein echtes Herzensprojekt – nun bekommt es durch Found In Translation eine vollwertige Inszenierung.
Campe fängt das kindliche Staunen in James’ Welt wunderbar ein – unschuldig, und doch deutlich mit einer Grundierung aus Verzweiflung und Angst vor der „echten“ Welt. Megan Risley ist als Barde/Sophie perfekt, und beide jungen Darsteller*innen verfügen über eine hervorragende Körperlichkeit. Einer der größten Pluspunkte der Show ist die Interaktion mit dem Publikum: Man wird schon beim Ankommen im Zuschauerraum willkommen geheißen, und diese starke Verbindung bleibt die ganze Zeit über bestehen – wir sind sein Hofstaat. Als Dad liefert David Sayers eine überzeugende Darstellung eines Mannes in Trauer, aber vielleicht ist sein (König) Dave ein wenig zu sensibel; ich hatte das Gefühl, er ist die Art Vater, der mit seinem Sohn reden würde – vielleicht müsste er etwas mehr „Kerl“ sein, seine Gefühle noch stärker unter Verschluss. Wenn die beiden jedoch zueinanderfinden, entstehen viele berührende Momente, und die Einbindung des Publikums ins Turnier wird von allen dreien wunderbar getragen.
Die Inszenierung findet zu einem natürlichen Schluss – und macht dann mit einer möglicherweise unnötigen zusätzlichen Szene weiter. Doch Ollie Harringtons Regie hält das Tempo lebendig, und das Bühnenbild ist schlicht, dabei äußerst wirkungsvoll. Es gibt Hinweise darauf, dass James autistisch ist; die Produktion wurde von Autism Anglia unterstützt, und das hätte man noch weiter vertiefen können. Die Stärke des Stücks liegt jedoch in seiner gelungenen Balance aus Komik und Drama – und darin, Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Eltern und Kinder über Trauer sprechen können.
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