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REZENSION: Jeeves und Wooster - Richmond Theatre ✭✭✭✭
Veröffentlicht am
17. Oktober 2013
Von
stephencollins
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Jeeves und Wooster Jeeves und Wooster Richmond Theatre 16. Oktober 2013
Es gab eine Zeit, in der das West End weltweit für glitzernde Produktionen herrlich komischer Stücke berühmt war und die Zuschauer*innen in Scharen strömten, um sie zu sehen. Nach der heutigen Preview von Sean Foleys Inszenierung von Robert und David Goodales Bearbeitung von P.G. Wodehouses Jeeves and Wooster in Perfect Nonsense lässt sich sagen: Wenn diese Produktion ins West End kommt, wird es – zumindest in einem Theater – einen Blick in jene bemerkenswerten Zeiten geben.
Denn das ist in jeder Hinsicht ein wahrhaft köstlicher Theaterabend.
Das Skript sitzt punktgenau – ein geniales Gebäck, das sowohl die Stärken von Wodehouses aberwitzigen Figuren als auch die Talente des Ensembles ausspielt. Es ist regelmäßig zum Brüllen komisch und blüht an anderer Stelle auf in der Freude ansteckender, breiter Grinsen.
Foley ist etwas geradezu Wunderbares gelungen.
Der beste Kniff steckt in der Theatralität, die der Geschichte durch die clevere Idee verliehen wird, Jeeves als ultimativen Stage Manager für Woosters haarsträubende Räuberpistole auftreten zu lassen. Das Bühnenbild entsteht vor Ihren Augen – ebenso Kostüme und Requisiten; es gibt ein wissendes Vergnügen an den verschiedenen Überraschungen, die auf dem Weg zur Auflösung der Handlung lauern. Alles daran, wie der Text hergestellt und gespielt wird, weckt pures Entzücken.
Es stehen drei auf der Bühne – und ich bezweifle, dass irgendjemand von ihnen jemals besser gewesen ist.
Stephen Mangan ist perfekt als der alberne, geschniegelt-überkandidelte Dandy Wooster; sein Lachen, sein strahlendes Gesicht, sein Akzent, seine fiebrige Alarmiertheit, seine abgrundtiefe Dummheit – jede Zeile sitzt nahtlos und entfaltet eine wunderbare Wirkung. Und seine Körperarbeit, sein beglückender Slapstick und das gesamte komödiantische Drumherum sind makellos. Es wird lange dauern, bis ich das Bild vergesse, wie er in einem Schaumbad die Flugtauglichkeit eines Gummientchens demonstriert, das unter Wasser gedrückt wird.
Matthew MacFadyen ist fehlerlos als der geschniegelt-gediegene, kostbare, präzise und vorausschauende Kammerdiener Jeeves. Es ist bemerkenswert, MacFadyen so vollständig in der Farce aufgehen zu sehen – und jede Figur, die er spielt (es sind vier), ist wunderschön gezeichnet und mit einer glühenden Präzision getroffen, die gleichermaßen verblüffend wie erhaben ist. Ihn zu sehen, wie er mit einem Lampenschirm und einem zerrissenen Vorhang das Wesen eines schwülen, verführerischen Mädchens heraufbeschwört, gehört zu diesen einmaligen Theatererlebnissen von makelloser Freude.
Doch damit nicht genug: MacFadyen übertrifft sich selbst in der außergewöhnlichsten Sequenz des Stücks, wenn er – zur einen Hälfte als mürrischer, reizbarer alter Magistrat kostümiert und zur anderen Hälfte als temperamentvolle Nichte ebendieses Magistrats – eine lange Szene mit sich selbst spielt. Das ist atemlos komisch – ein echtes Tour de Force, das den ganzen Abend wert ist.
Alle übrigen Rollen werden ausgezeichnet von Mark Hadfield gespielt, der als der Bäcker in Into the Woods völlig fehlbesetzt war, hier aber keinen Schritt und kein Wort daneben setzt. Er landet jeden Lacher genau dort, wo er hingehört.
Zusammen sind dieses Trio großartiger Komödiant*innen der Biskuit, das Gelee und die Vanillesoße eines höchst anspruchsvollen, perfekt getimten komischen Kleingebäcks, das man im West End so schnell nicht wieder sehen dürfte.
Alice Powers Bühnenbild und Kostüme sind eine Freude, und die letzte, wunderbare Tanzsequenz – choreografiert von Carrie-Anne Ingrouille – ist eine inspirierte Art, auf ganz andere Weise all das komische Genie zu zeigen, das hier am Werk ist.
Das ist einmal ein Stück, das seinem Titel gerecht wird. Unbestreitbarer Nonsens – aber in jeder Hinsicht perfekt.
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