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KRITIK: Putting It Together, St James Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Putting It Together

St James’ Theatre

1. Februar 2014

5 Sterne

Man legt gelegentlich verschiedene Aufnahmen von Sondheim-Shows oder Sondheim-Galakonzerten in den CD-Player, wählt die Zufallswiedergabe – und erlebt dann nicht selten schroffe Gegenüberstellungen von Sondheim-Songs und -Stilen (man denke an Pretty Little Picture, gefolgt von Moments in the Woods, gefolgt von A Weekend In The Country), weil Sondheim für jedes Musical stets eine ganz eigene musikalische Sprache findet – und die kann sich gewaltig unterscheiden. In allzu oberflächlichen oder nicht zu Ende gedachten Inszenierungen kann die von Julia McKenzie/Cameron Mackintosh/Sondheim entwickelte Revue Putting It Together genau so wirken: irritierend, aber vertraut; eher kurios als verbunden; seltsam statt wirklich befriedigend. Heute Abend jedoch, im St James Theatre in Victoria, vor ausverkauftem Haus – zu dem auch Angela Lansbury gehörte – ging Alex Parkers Inszenierung von Putting It Together, unter der Regie von Alastair Knights, mit Choreografie von Matthew Rowland und Scarlet Wilderink sowie musikalischer Leitung von Theo Jamieson und Alex Parker, nach einer erfolgreichen Spielzeit zu Ende.

Diese Produktion tappte weder in diese noch in irgendeine andere Falle; vielmehr lieferte sie fast nahtlos, ohne Aufhebens und ohne aufgesetztes Regie-„Konzept“ einfach das, was man sich wünscht. Und das tat sie. Triumphierend.

Die Prämisse ist schlicht: eine glamouröse Party, auf der ein Ehepaar seine Ehe auf die Probe gestellt sieht, ein jüngeres Paar sich fragt, warum es überhaupt zusammen hier ist, und ein netter, witziger Typ die beiden Paare beobachtet, gelegentlich kommentiert oder mit ihnen interagiert. Und das alles geschieht, während ein wildes Gewebe aus (meist) weniger bekannten Stücken aus Sondheims Œuvre ins Rampenlicht gerückt wird.

Was diese Revue messerscharf herausarbeitet: wie vollständig Sondheim inzwischen in die Popkultur eingesickert ist. Selbst die obskureren Nummern auf dieser Songliste wirken irgendwie vertraut und gemütlich. Die bekanntesten – etwa Ladies Who Lunch und Marry Me A Little – treffen einen wie ausgewiesene Nummer-eins-Hits. Im Publikum saßen viele, die „gar nicht wussten, dass Sondheim das geschrieben hat“; nicht, um das klarzustellen, La Lansbury.

Die Musik war geschickt für ein kleines Ensemble arrangiert: Klavier, Oboe/Englischhorn, Klarinette, Fagott, Kontrabass und Trompete. Und jeder einzelne Musiker spielte akribisch und mit großem Können. Besonders beeindruckend war Theo Jamiesons Arbeit am Klavier.

Im Epizentrum der Produktion steht eine glitzernde, rundum fabelhafte Leistung der grandiosen Janie Dee. Sie liefert auf jeder Ebene. In ihrem mörderisch schwarzen Kleid ist sie der Inbegriff von Sex, und sie beherrscht federleichte Komik ebenso wie herzzerreißenden Schmerz in den verheerenderen Nummern. Ihr Lovely triefte vor ätzendem Gift; Every Day A Little Death pulsierte vor bebender Trauer; Everybody Ought To Have A Maid war ein köstlich sexgeladener Ausflug ins Ausgelassene; Could I Leave You, Ladies Who Lunch und Not Getting Married Today – jede dieser Interpretationen frisch und enthüllend, als hätte sie noch niemand zuvor gesungen; Like It Was schimmerte vor unnachgiebigem Schmerz und Kummer, und das wunderbare Duett mit Caroline Sheen, There's Always A Woman, erwies sich als der üppigste und köstlichste Leckerbissen des Abends.

Dee ist als Performerin furchtlos. Sie singt und spielt mit brennender Ehrlichkeit und einer Klarheit des Verständnisses, die jede Zeile, jede Phrase mit Freude, Wahrhaftigkeit und messerscharfer Präzision auflädt. Sie scheut sich nicht, den Bruch in ihrer Stimmführung mit hervorragender Wirkung einzusetzen, und sie weiß genau, wie und wann ein Registerwechsel den besten vokalen Effekt erzielt.

Hier strahlte sie schlicht wie eine Supernova.

Zum Glück war sie damit nicht allein.

Damian Humbley war stimmlich in wirklich exzellenter Verfassung, und seine perfekte Darbietung von Marry Me A Little und Unworthy Of Your Love zeigte sehr deutlich seinen resonanten, kraftvollen und bemerkenswerten (und unfehlbar treffsicheren) Tenor. Es fiel schwer, sich nicht zu wünschen, er möge gleich alle den Männern zugeteilten Songs singen. Das galt besonders für Good Thing Going, das hier zwar von David Bedella gesungen wurde, leider aber bei weitem nicht so gut, wie Humbley es in der Produktion von Merrily We Roll Along 2013 geliefert hatte. Tatsächlich kam das beste Singen des Abends in Humbleys makelloser Interpretation des bewegenden, wahrhaft schönen Pretty Women. In jeder Hinsicht machte er keinen einzigen Fehltritt. Ebenso war Daniel Crossley schlicht großartig in der Song-and-Dance-Man-Rolle: Jedes Mal, wenn er die Bühne betrat, leuchtete sie auf. Schwer vorstellbar, dass irgendjemand irgendwo Buddy's Blues besser liefern könnte als Crossley hier: erfinderisch und dynamisch, fand er neue, zischend heiße Wege, den Song spektakulär zu machen. Das galt auch für seine Arbeit mit Dee in Everybody Ought To Have A Maid und für seine Eröffnungsnummer The Invocation and Instructions To The Audience. Er ist vielleicht kein Sänger in Humbleys Liga, aber ein spektakulärer Performer. Ebenfalls in der wirklich glänzenden Ecke: Caroline Sheen, die das naive junge Mädchen mit absoluter Perfektion spielte. Ihr Lovely war großartig, ebenso Live Alone And Like It. Besonders in der Arbeit mit Dee strahlte sie. Nur David Bedella wirkte in dieser Besetzung etwas überfordert und fehlbesetzt. Seine Stimme ist nicht der echte Bassbariton, der Nummern wie Pretty Women, The Road Not Taken und Hello Little Girl jene besondere Qualität verleiht. Anders als seine Mitspieler war er auffallend oft entweder nicht ganz intonationssicher oder schlicht überfordert. Das ist unerquicklich, denn in der richtigen Rolle kann er großartig sein. Selbst in Being Alive, einer Nummer, die eigentlich völlig in seinem Zugriff liegen müsste, gab es enttäuschende Klangfarbe und eine fast vollständige Abwesenheit elektrischer Präzision. In jeder Hinsicht war das rätselhaft und enttäuschend. Doch am Gesamteindruck des Abends änderte es kaum etwas. Das war wirklich Unterhaltung erster Klasse und verdiente die Standing Ovations voll und ganz, die die Besetzung erhielt, als die Schlussnummer Old Friends dem Ganzen ein Ende setzte. Wenn alle zusammen sangen – im Unisono oder in Harmonien –, waren die fünf Darsteller wunderbar synchron, hörten einander zu und arbeiteten herrlich miteinander. Ensemblearbeit in ihrer überzeugendsten Form.

Volle Punktzahl für Knights und Parker: Ihre Vision für diese Produktion – knackig, sauber und klar – war exakt die richtige.

Putting It Together sollte ins Herz des West End in ein zentrales Theater wechseln und vor ausverkauften Häusern spielen, die nach purer, freudiger Unterhaltung suchen.

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