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KRITIK: Santi und Naz, Vault Festival 2020 London ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

1. Februar 2020

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Santi & Naz, präsentiert von The Thelmas im Rahmen des Vault Festival 2020 in London.

Santi & Naz

The Cage, Vault Festival, London

Vier Sterne

Website des Vault Festival

Der indische Subkontinent steht kurz davor, durch die Teilung (Partition) am Ende von 89 Jahren britischer Herrschaft und Jahrhunderten kolonialer Einmischung auseinanderzubrechen – doch für zwei junge Frauen geht das Leben weiter. Mit einer Mischung aus Traurigkeit und Freude fängt Santi & Naz der Theaterkompanie The Thelmas auf wunderschöne Weise ein, wie gewöhnliche Menschen von gewaltigen historischen Umbrüchen betroffen sind, die sich in ihre alltäglichen Erfahrungen einweben.

Das Stück spielt 1947 in einem kleinen Dorf in einem unbenannten Teil Indiens und feiert die Verbindung zwischen den beiden Mädchen, die „allerallerbeste Freundinnen“ sind. Santi ist Sikh, Naz ist Muslimin – doch sie sind zu unschuldig, um zu begreifen, dass die Unterschiede zwischen Sikh, Muslimen und Hindus zunehmend entscheidend für ihre Zukunft werden. Ungeachtet ihrer Religionen tauschen sie zum hinduistischen Fest Diwali Geschenke aus, und Santi träumt von Vishnu.

Ihr Leben ist erfüllt von den Freuden des Spielens, Tanzens, Nachahmens und sogar Ringens, während Santi auch im Lesen und Schreiben aufgeht. Doch das wird sich bald ändern: Santi entwickelt Gefühle für einen gutaussehenden jungen Mann, während Naz, die sich mit ihren eigenen erwachenden Sehnsüchten auseinandersetzt, einer Ehe mit einem viel älteren Mann entgegensieht – mit gelben Zähnen und einem schneckenartigen Schnurrbart. Die Handlung steuert auf einen überraschenden Höhepunkt zu, als die Teilung droht, das Gefüge ihres Lebens zu zerreissen.

Geschrieben von Guleraana Mir und Afshan D’souza-Lodhi, wird Santi & Naz in einem schlichten, lyrischen Ton erzählt, durchzogen von einer wehmütigen Ahnung dessen, was verloren geht. Auf Englisch gespielt, ist der Text gespickt mit Punjabi-Wörtern und Anspielungen auf indisches Essen und Film – nimbu pani, Limonade, spielt im Leben der Mädchen eine grosse Rolle – und Sarah Sayeeds Sounddesign sowie Sascha Gilmours Bühnenbild versetzen uns auf den indischen Subkontinent. Unter der Regie von Madelaine Moore ist es eine lustige und berührende Geschichte weiblicher Freundschaft, mit zwei bezaubernden Darbietungen von Rose-Marie Christian und Ashna Rabheru. Die komplexe Politik der Teilung sowie der indischen und pakistanischen Unabhängigkeit ist inzwischen bekannter – Howard Brentons Drawing the Line am Hampstead Theatre erzählte die Geschichte aus der Perspektive der Männer, die das Sagen hatten – doch dieses kurze Stück bietet einen seltenen Blick darauf, wie sich Geschichte mit ganz gewöhnlichen Leben kreuzt.

Zu sehen beim Vault Festival in London bis zum 2. Februar 2020.

Fotos: Steve Gregson

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