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BEWERTUNG: Die Frau vom Meer, Donmar Warehouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

markludmon

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Finbar Lynch (Dr. Wangel) und Nikki Amuka-Bird (Ellida) in Die Frau vom Meer. Foto: Manuel Harlan Die Frau vom Meer

Donmar Warehouse

Vier Sterne

Karten buchen Ibsens Die Frau vom Meer erhält in Elinor Cooks hervorragender Bearbeitung für das Donmar Warehouse eine frische neue Leinwand. Die Berge Westnorwegens werden durch eine tropische Insel in der Karibik ersetzt, während das spätviktorianische Setting in die frühen 1950er Jahre verlegt wird. Dieser Zeitsprung schadet den zentralen Themen des Originalstücks keineswegs, wenn es um die fehlende Unabhängigkeit von Frauen gegenüber Männern geht – ob Ellida, die Frau vom Meer, sich durch die Ehe gefangen fühlt, oder ihre Stieftochter Bolette durch ein Pflichtgefühl gebunden ist. Mit Nikki Amuka-Bird als der ans Land gebundenen Ellida ist die Besetzung nicht „colour-blind“, sondern deutet auf eine kulturelle Abgrenzung zwischen den afrokaribischen Figuren und den weissen Norwegern hin – subtil umgesetzt und passend zur thematischen Struktur von Ibsens Stück.

Straff inszeniert von Kwame Kwei-Armah, ist die Produktion perfekt ausbalanciert zwischen Naturalismus und den mythischen Elementen der Geschichte: Im Mittelpunkt steht die meeresliebende Tochter eines Leuchtturmwärters, die von Erinnerungen an eine leidenschaftliche Jugendliebe gequält wird, während sie zugleich darum ringt, innerhalb der Grenzen einer Ehe mit einem gütigen, älteren Arzt zurechtzukommen und Stiefmutter seiner beiden Töchter zu werden. Auf 100 Minuten ohne Pause verdichtet, mag das Geschehen im Vergleich zum Original gehetzt wirken, doch es verleiht den sanften Wendungen der Erzählung eine packende Klarheit. Unterstützt wird das durch Tom Scutts Bühnenbild, darunter ein kleines Becken, das nicht nur Binnengewässer, sondern auch das Meer repräsentiert – mit einem Miniaturschiff und einem Haus, die in seinem trüben Wasser versunken sind. Lee Currans atmosphärisches Lichtdesign betont die mythischen Qualitäten und erzeugt zeitweise eine verstörende Unheimlichkeit.

Amuka-Bird überzeugt als Ellida und hält die Figur fest in der realen Welt verankert, trotz des Sogs in Richtung einer melodramatisch-überirdischen Sphäre. In einem starken Ensemble sticht Helena Wilson als pragmatische Bolette hervor, hin- und hergerissen zwischen ihrer Familie und dem Wunsch, an die Uni zu entkommen, während Finbar Lynch die geduldige Liebe von Ellidas Ehemann einfängt. Tom McKay ist angemessen verlässlich als ihr alter Freund und ehemaliger Hauslehrer der Mädchen, Arnholm, ergänzt durch etwas leichtere Akzente von Jonny Holden als kämpfender junger Bildhauer und Ellie Bamber als Bolette’s schlagfertige Teenager-Schwester.

Nachdem Cook in ihrem eindrucksvollen Stück Out of Love für Paines Plough weibliche Freundschaft erkundet hat, erweist sie sich als Autorin, die man im Blick behalten sollte. Obwohl Die Frau vom Meer aus dem Jahr 1888 stammt und in die 1950er Jahre verlegt wurde, wirkt Ellidas innere Zerrissenheit sehr modern, wenn sie darum ringt, eine eigene Identität als Individuum zu finden – jenseits ihrer Beziehung zu den Männern in ihrem Leben.

Läuft bis zum 2. Dezember 2017

KARTEN BUCHEN FÜR DIE FRAU VOM MEER

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