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KRITIK: The Last Five Years, Garrick Theatre London ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

Ray Rackham

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Ray Rackham rezensiert Jason Robert Browns The Last Five Years, das derzeit im Garrick Theatre in London zu sehen ist.

Oli Higginson in The Last Five Years. Foto: Helen Maybanks The Last Five Years

Garrick Theatre

5 Sterne

Tickets buchen Ein vertrauter, sichtbar auf Hochglanz polierter Flügel steht auf einer erhöhten Drehbühne; ein kunstvoll beleuchteter Dunst schimmert und wirbelt darüber und darum herum. Er bewegt sich nicht, und auf dem Klavierhocker liegt ein Blatt Papier. Ein Anblick, den viele schon kennen – aus dem Southwark Playhouse, wo Katy Lipsons unglaubliche Produktion zweimal lief: unmittelbar vor dem Lockdown, als Social Distancing, Temperaturkontrollen und Maskenpflicht noch völlig fremde Konzepte waren; und erneut (mitten in den scheinbar endlosen Lockdown-Phasen), als es schien, als hätte sich unser Theaterleben für immer verändert – eingepfercht in winzige Plexiglas-Bläschen, unfähig, aufzustehen und zu jubeln. Und doch wirkte es auf dieser West-End-Bühne etwas ferner als in Southwark; als hätte die vierte Wand des Prosceniums des Garrick eine undurchdringliche Grenze zwischen Publikum und Ensemble gezogen – und mindestens einem Zuschauenden sank das Herz. Dann jedoch, als eine Manhattan-Klangkulisse zu ihrem vertrauten Crescendo anschwoll, ließen ein paar hundert Glühbirnen ein L, eine 5 und ein Y aufleuchten. Zwei vertraute Gesichter standen in ihrem hoch aufragenden Schein, und ein ganz anderer Abend begann. Der Rest – so könnte man vermuten – wurde zu einer Nacht legendären Theaters.

Oli Higginson und Molly Lynch in The Last Five Years. Foto: Helen Maybanks

The Last Five Years erzählt die Geschichte von Jamie und Cathy, zwei Menschen, die sich über einen Zeitraum von fünf Jahren ineinander verlieben und wieder auseinanderleben. Wenn du den zentralen Kniff der Show noch nicht kennst, lies jetzt besser nicht weiter und spring zum nächsten Absatz. Jason Robert Browns einst unkonventionelle Erzählweise (eine Figur erzählt rückwärts, die andere von Anfang an) war nie klarer umgesetzt als in Jonathan O’Boyles überarbeiteter West-End-Inszenierung. Während das Publikum in Southwark sich vielleicht verziehen ließ, sich etwas unbeholfen als Beobachtende zu fühlen, sind wir hier beinahe Kompliz:innen. Jamie und Cathy nehmen unsere Anwesenheit wahr, richten Schlüsselmomente an uns und liefern sich lyrische Wortgefechte – erst unwiderstehlich charmant, dann vernichtend. Wir sehen ihren Schmerz im Weiß ihrer Augen; wir spüren ihre Freude in einem Zwinkern oder einem Nicken. Ein brillanter Weg, uns zu verbinden – in dieser fachkundig hochskalierten Produktion einer kleinen Show.

Oli Higginson und Molly Lynch in The Last Five Years. Foto: Helen Maybanks

Alles ist wie zuvor – nur auf ein neues Niveau gehoben. Die blauen Laternen, die in Southwark so beeindruckend beklemmend wirkten, ragen nun hoch über die Bühne, rotieren weiterhin und wechseln ihre Intensität (ähnlich wie die Show zwischen den Protagonist:innen hin- und herspringt) – in Jamie Platts wunderschönem Lichtdesign. Lee Newbys Bühnenbild ist schärfer, sauberer und klarer konturiert. Die Platzierung von vier eleganten Klavierhockern ist ein augenzwinkernder Verweis auf das frühere Thrust-Setting und verbirgt zugleich ordentlich den Requisiten-Kleinkram, damit die Spielfläche alles werden kann, was sie gerade sein muss. Auch die Partitur hat ein ordentliches Upgrade bekommen: Nick Barstows zusätzliche Orchestrierungen heben das Stück musikalisch wie dramatisch, mit inspirierten Instrumentenentscheidungen, die Situation, Figur und Erzählung präzise treffen. Stellenweise riss dieser neue Sound dem Garrick beinahe das Dach ab und versetzte das Premierenpublikum clever immer wieder in unterschiedliche Ekstasegrade. In einer Show, die nach erfinderischer Umsetzung verlangt, ist Sam Spencer Lanes Choreografie so organisch brillant,  dass man die Nahtstelle beim Übergang von szenischer Arbeit zu musikalischer Setzung (selten genug – im West End wie anderswo) schlicht nicht erkennt. Wieder eine Meisterin ihres Fachs, die wirklich die Flügel ausbreiten und abheben kann!

Doch was ist mit den beiden, deren Beziehung wir am Ende bejubeln und betrauern?  Es wirkt fast plump zu sagen, hier seien zwei Stars geboren worden – aber genau so ist es. Molly Lynch und Oli Higginson sind die Cathy und der Jamie unserer Zeit. Meisterhaft geformte, geschärfte und erneut durchdrungene Leistungen zweier Darstellender, denen außergewöhnliche Karrieren bevorstehen (nicht, dass sie sich seit dem letzten Besuch im Manhattan von L5Y ausgeruht hätten). Es war eine Freude, ihre Performances dort zu sehen, wo sie wirklich hingehören: zu Hause auf einer West-End-Bühne – in einer enorm beeindruckenden Produktion eines Stücks, das durchaus knifflig sein kann.

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