Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

Seit 1999

Vertraute Nachrichten & Rezensionen

26

Jahre

Das Beste des britischen Theaters

Offizielle Eintrittskarten

Wählen Sie Ihre Plätze

  • Seit 1999

    Vertrauenswürdige Nachrichten & Rezensionen

  • 26

    Jahre

    Das Beste des britischen Theaters

  • Offizielle Eintrittskarten

  • Wählen Sie Ihre Plätze

REZENSION: Titanic, Southwark Playhouse ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

Teilen

Titanic

Southwark Playhouse

12. August 2013

4 Sterne

Nach dem Besuch von Thom Southerlands kleinformatiger Wiederaufnahme von Yeston und Stones Titanic im neuen Southwark Playhouse gibt es einiges, das kaum zu bestreiten ist.

Erstens: Das ist ein außergewöhnliches Musical – in Vorstellungskraft und Partitur wirklich episch. Die Musik ist erhaben, komplex, voller Melodie und Harmonie und mit klar gezeichneten Charakteren. Es ist tatsächlich ein Meisterwerk – und die Orchestrierung hier (von Ian Weinberger) ist besonders gelungen; allein die pure Freude, die die Streicher entfalten, ist den ganzen Abend wert.

Zweitens: Das ist ohne Frage Southerlands beste Regiearbeit bis heute. Alles, was man sieht, ist durchdacht, und die Inszenierung folgt einem inneren Regelwerk, das durchgehend trägt – und das es überraschend leicht macht, den Überblick über die Vielzahl an Figuren zu behalten. Davis Woodheads Bühnenbild und Kostüme schaffen trotz begrenztem Platz und knapper Mittel ein starkes Gefühl für Epoche und Enge.

Drittens: Mark Aspinalls musikalische Leitung ist umsichtig und stellenweise richtig aufregend; die großen Ensemblenummern gehen sehr unter die Haut. Allerdings neigen die Männer dazu, eher zu rufen als den Ton sauber zu führen, und die Diktion bekommt nicht immer die Aufmerksamkeit und Klarheit, die sie verdient.

Viertens: Die dramatischen Anliegen des Textes werden hier sehr gut bedient; es gibt keine wirklich schlechten Darsteller*innen und viele wirklich gute. Jede Figur wirkt vollständig und verstanden, und obwohl mehrere Personen Doppelrollen übernehmen, bleibt jedes Individuum klar erkennbar und sein Platz im Drama überzeugend erreicht. Bei einer Geschichte, deren Ausgang von Anfang an feststeht, schafft es dieses Ensemble, das Publikum stark zu fesseln – das Geheimnis liegt darin, wer überlebt und warum, nicht darin, ob das Schiff es schafft.

Das ist, ganz eindeutig, eines der besten Ensemble-Stücke, die die Londoner Fringe je hervorgebracht hat. Und doch entspricht ein Teil des individuellen Gesangs nicht den Anforderungen der Partitur oder der epischen Qualität des gesamten Werks. Tatsache ist: Jede Rolle in Titanic braucht erstklassige Sänger*innen, die zugleich erstklassige Schauspieler*innen sind. Hier ist das Gleichgewicht – vielleicht verständlicherweise – stärker Richtung Schauspiel verschoben als Richtung Gesang: Viele der Männer haben schlicht keine tragfähige Mittellage, und die tiefen Töne scheinen für fast alle außer Reichweite. Lautes, ungestütztes Singen in der Höhe gibt es reichlich, doch das ist nicht das, was diesen Koloss von einer Partitur antreibt.

Die hellsten Lichter sind Greg Castiglioni (großartig als gequälter Ingenieur), Nadim Naaman (Clarke, der Ladenbesitzer, der in die Tochter des Lords verliebt ist), Claire Marlowe (die Tochter des Lords), James Hume (Etches, der Steward in der Ersten Klasse – wenn auch anfangs mit einigen Diktionproblemen) und Celia Graham (die gesellschaftliche Aufsteigerin Alice – außergewöhnlich).

Uneinheitliche, aber überwiegend beeindruckende Arbeit liefern Jonathan David Dudley (sein Hartley ist besonders gut), Dominic Brewer (Lightoller), Leo Miles (vor allem die Ausguck-Sequenz) sowie Judith Street und Dudley Rogers (das alte Paar, das beschließt, gemeinsam zu sterben). Doch von den drei Kates (Grace Eccle, Scarlett Courtney und Victoria Serra) und Matthew Crowe (der Bride makellos spielt, aber das große Duett mit Barrett einfach nicht singen kann) wäre bessere vokale Arbeit unbedingt nötig gewesen.

Umgekehrt hätte es deutlich besseres Schauspiel von James Austen-Murray (Barrett), Simon Green (Ismay, der feige, eitelfeudale Besitzer) und Shane McDaid (Farrell, der Junge, der wider alle Wahrscheinlichkeit gerettet wird) gebraucht, um dem Stück wirklich gerecht zu werden.

Dennoch ist das eine durch und durch mitreißende Produktion mit vielen Höhepunkten und echtem Drama – und die Musik trägt einen durch die Passagen, in denen die vokale Arbeit nicht ganz mithält. Maury Yeston ist ein Genie.

Diesen Artikel teilen:

Erhalten Sie das Beste des britischen Theaters direkt in Ihr Postfach

Seien Sie die Ersten, die sich die besten Tickets, exklusive Angebote und die neuesten Nachrichten aus dem West End sichern.

Sie können sich jederzeit abmelden. Datenschutzrichtlinie

FOLGEN SIE UNS