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KRITIK: Love's Sacrifice, The Swan Theatre ✭✭

Veröffentlicht am

Von

stephencollins

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Love’s Sacrifice

Swan Theatre

18. April 2015

2 Sterne

Im Programmheft zu Matthew Dunsters RSC-Inszenierung von Love’s Sacrifice, die derzeit im Swan Theatre zu sehen ist, schreibt Professor Martin White:

„Laut Titelseite des Quartos von 1633 wurde Love’s Sacrifice vom Publikum im Phoenix ‚allgemein gut aufgenommen‘ … (doch) bis zu dieser Aufführung im Swan Theatre gibt es keinen Nachweis einer professionellen Inszenierung von Love’s Sacrifice. Eine solche Vernachlässigung ist an sich nicht ungewöhnlich. Viele frühneuzeitliche Stücke lagen jahrhundertelang vergessen oder wurden ignoriert, oft weil ihr Stoff als ungeeignet galt. Fords Themenwahl in seinen Dramen (Inzest, Ehebruch, Hexerei, Schlachten) war besonders herausfordernd; im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Love’s Sacrifice als lüstern und dekadent verurteilt … Aber nicht nur der Inhalt eines Stücks konnte es verdammen. Ein Stück entsprach womöglich schlicht nicht der jeweiligen Epochevorstellung davon, was überhaupt ein ‚Stück‘ ausmachte. Bei Love’s Sacrifice waren viele Kritiker irritiert von den bewusst gesetzten Unstimmigkeiten im Verhalten der Figuren oder von den radikalen Wechseln in Stil und Ton. Keines dieser Urteile über Inhalt oder Form wurde an einer Aufführung gemessen. So simpel es klingt: Der wichtigste Grund, warum Stücke nicht gespielt werden, ist, dass sie nicht gespielt werden. Folglich können sie kein Bühnenleben entwickeln, finden oft keinen Platz in den Lehrplänen von Universitäten oder Schulen, und nicht selten gibt es keine leicht zugängliche Ausgabe … All das kann den Spott nähren, wenn ein Stück vernachlässigt wurde, müsse es wohl schlecht sein. Und doch: Wie kann dieses Urteil gefällt werden, bevor das Stück nicht in Aktion, im Theater, erprobt wurde?“

Trotz eines köstlichen Designs von Anna Fleischle (vor allem der schwarze Samtboden und die wunderschön detailreichen Kostüme) und einiger überzeugender, oft charmanten Leistungen von Catrin Stewart, Jamie Thomas King, Andy Apollo, Colin Ryan und Matthew Needham liefert Dunsters Inszenierung keinen Grund, Love’s Sacrifice wieder auf den Spielplan zu setzen.

Überhaupt ist nicht klar, was die treibende Kraft hinter dieser Produktion ist. Es wirkte nicht wie eine besondere Verbindung zum Text oder zur Sprache. Ebenso wenig wie ein konsequenter Versuch, die Inszenierung in ihrer historischen Zeit zu verankern und die Art der Aufführung nachzuzeichnen, wie sie bei der Entstehung des Stücks gewesen sein könnte. Und auch nicht wie der Versuch, dem Stück neues Leben einzuhauchen oder es so umzuformen, dass es vor Energie pulsiert oder eine Verbindung zur Gegenwart herstellt.

Die Aufnahme dieses Stücks in eine Spielzeit am Swan Theatre entstand aus einem Dialog zwischen Wissenschaftler*innen und der RSC, wobei die Akademiker auf eine größere Bandbreite von Stücken drängten, die Shakespeare „zeitgenössisch“ waren. Das mag lobenswert sein – aber ehrlich gesagt sollte die RSC nur Stücke programmieren, bei denen es etwas Theatralisches oder Lyrisches oder Poetisches (oder alles drei!) gibt, das den Aufwand und die investierte Arbeit rechtfertigt – seitens Ensemble wie Publikum.

Derzeit laufen am Broadway die Previews zu einem neuen Musical, Something Rotten, in dem Rivalen Shakespeares beklagen, dass sie im Schatten des Barden kein Publikum anziehen. Waren diese Figuren vielleicht nach John Ford modelliert? Anfang dieses Jahres stand im Sam Wanamaker Theatre eine missglückte Wiederaufnahme eines weiteren wenig bekannten John-Ford-Stücks, The Broken Heart, auf dem Spielplan. Beide Inszenierungen lassen einen Ford als sehr schwachen Shakespeare-Nachahmer erscheinen.

Professor Martin White schreibt im Programmheft außerdem: „Fords Werk ist charakteristisch durch seine häufigen Echos von Stücken anderer Dramatiker und durch ein theatrales Selbstbewusstsein, und er erwartet von seinem Publikum, seine Stücke mit diesem Bewusstsein zu ‚lesen‘.“

Vielleicht.

Oder vielleicht war Ford ein Autor, der zeitgenössische Persiflagen oder Pastiche-Variationen auf die Arbeiten anderer schrieb? Vielleicht waren seine Stücke flüchtige Versuche, auf aktuellen Popularitätswellen zu surfen, und nie dafür gedacht, die Zeit zu überdauern – eher wie ein Downton Abbey-Sketch für Comic Relief?

Klar ist nur: Dunsters Inszenierung von Love’s Sacrifice unternimmt nichts, um seinen Wert als Theaterstück zu belegen, das eine Wiederaufnahme verdient – irgendwo, irgendwann.

Love's Sacrifice läuft bis zum 24. Juni im Swan Theatre

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